03.10.2019 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Zuversicht und falsche Hoffnung in der SPÖ

Ohne Pamela Rendi-Wagner wäre die historische Niederlage der SPÖ noch deutlicher ausgefallen. Das sollten die Besserwisser in der SPÖ nicht vergessen. Sogar Gerhard Zeiler, dem die Partei Christian Kern als Kanzlerkandidaten vorgezogen hatte, attestierte der Vorsitzenden, gekämpft zu haben „wie eine Löwin“. Das Wahlergebnis selbst nannte Zeiler „erschütternd“. Die SPÖ müsse wieder auf die Jungen hören und mehr Frauen in die Gremien holen, mahnte er. Eine junge moderne Frau an der Spitze genüge nicht.

Erschütternd. Diese Worte hörte man von den Spitzen der Partei nicht. Im Gegenteil. Pamela Rendi-Wagner gab tapfer Durchhalteparolen aus. Sie freue sich, den weiteren Weg mit den Genossinnen und Genossen gemeinsam zu gehen, versicherte sie. Dann sagte sie diesen unpassenden Satz: „Die Richtung stimmt!“ Das klingt schon sehr seltsam, wenn eine Partei gerade Richtung 20 Prozent abgestürzt ist.

Schließlich warf auch noch Thomas Drozda seinen Posten hin, obwohl er am Abend zuvor noch beteuert hatte zu bleiben. Aus Pamela Rendi-Wagners Sicht mag es verständlich sein, dass sie auf ihren Wahlkampfmanager als Drozda-Nachfolger zurückgreift. Für die Jungen und die Frauen in der SPÖ ist es das ganz und gar nicht.

Erschütternd. Diese Worte hätte man auch gerne von Rendi-Wagner gehört. Ihre Zuversicht hat sie durch den Wahlkampf getragen. Aber jetzt schlägt diese Zuversicht in falsche Hoffnung um.

Conny Bischofberger, Kronen Zeitung

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