01.10.2019 06:50 |

Türkis eingefärbt

Der gallische Widerstand schwindet

Die Sozialdemokraten erreichten nur in zwei Gemeinden Platz eins . Die „Blaueste“ Gemeinde liegt im Lungau.

Um die bunten Ausreißer-Gemeinden bei dieser Wahl zu finden, muss man schon ganz genau hinschauen. Denn der Widerstand im türkis-eingefärbten Salzburg ist verschwindend gering. Die ÖVP wurde in allen sechs Bezirken stimmenstärkste Partei und hält in 84 Gemeinden sogar die absolute Mehrheit. Im gesamten Bundesland gibt es nur zwei Ortschaften, die der Sozialdemokratie die Treue halten: Schwarzach im Pongau und Bürmoos.

„Es gibt nichts schönzureden“

In der Flachgauer Gemeinde war Arbeiterkammer-Präsident Peter Eder langjähriger SPÖ-Bürgermeister. „Da merkt man das Durchdringen der Kommunalpolitik. Wir haben uns mit unserer Arbeit im Ort bewiesen und die Menschen vertrauen uns“, sagt Eder. Aber auch hier ist ein Vertrauensverlust der Bevölkerung spürbar. Bei der vergangenen Gemeinderatswahl im März kam die SPÖ auf 71,8 Prozent. Bei der Nationalratswahl verloren die Roten und kommen auf 31 Prozent. Ein Kurswechsel ist notwendig, ist sich Eder sicher: „Das Ergebnis spricht alles: Es gibt nichts schönzureden, da ist Handlungsbedarf in vielen Bereichen, da wird man intensiv und tabulos beraten und Zukunftsentscheidung treffen müssen.“

Einstige Hochburgen fielen in türkise Hand

In der roten Hochburg Schwarzach kamen die Sozialdemokraten bei der Gemeinderatswahl im März sogar auf 78,8 Prozent. Nun erzielten sie mit 42,3 Prozent ihr bestes Ergebnis - trotz Verlusten im Vergleich zu 2017. In der Stadt Salzburg ist von den einstigen SPÖ-Stadtteilen wenig geblieben: Einzig die Elisabeth-Vorstadt ist mit 30,3 Prozent der Stimmen rot eingefärbt. „Wir sind gerade Mitten in einer inhaltlichen Neuausrichtung“, sagt Vize-Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ). Die FPÖ erzielte bei dieser Wahl ihr bestes Ergebnis im Lungau: Die „blaueste“ Gemeinde ist Thomatal mit 31,5 Prozent.

Bergauf ging es vielerorts für die Grünen: Sie konnten sich in neun Flachgauer Gemeinden und in Oberalm auf den zweiten Platz vorkämpfen.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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