Rekord wegen Krise
Jeder fünfte Vorstandschef musste 2009 gehen
Europaweit hielt sich die CEO-Wechselquote mit 15,2 Prozent weitgehend stabil, ebenso wie der weltweite Wert mit 14,3 Prozent. Der Anteil der CEO-Wechsel, die ohne Zustimmung des Amtsinhabers erfolgten, lag weltweit mit 23 Prozent auf dem tiefsten Stand seit 2003. Im deutschsprachigen Raum erfolgte ein Drittel aller Demissionen unfreiwillig, beispielsweise wegen mangelnder Performance, so die Studie, die heuer zum neunten Mal die Veränderungen in den Top-Positionen der 2.500 weltweit größten börsenotierten Unternehmen untersuchte.
Die Studie zeigt zudem zwei weltweit geltende, aktuelle Trends auf: Aufsichtsräte wählen für Spitzenjobs immer häufiger interne Kandidaten ("Insider") und räumen diesen immer weniger Zeit ein, um die entscheidenden quantitativ messbaren Ergebnisse zu liefern. So verkürzte sich die durchschnittliche Amtszeit im vergangenen Jahrzehnt von 8,1 auf 6,3 Jahre.
Kandidaten aus eigenem Hause sind erfolgreicher
Aufsichtsräte gaben der Studie zufolge seit der Jahrtausendwende in 80 Prozent der CEO-Nominierungen Kandidaten aus dem eigenen Haus den Vorzug gegenüber Unternehmensfremden. Zu Recht, wie sich zeigt: "Insider" erzielten in den vergangenen sieben Jahren marktbereinigt eine durchschnittliche Aktienrendite von 2,5 Prozent, "Outsider" nur 1,8 Prozent.
Die weltweit "heißesten Stühle" standen im vergangenen Jahr in den Vorstandsetagen der internationalen Banken und Versicherungen. 17,2 Prozent der CEOs des Finanzsektors mussten 2009 ihren Schreibtisch räumen, ein knappes Drittel davon (5,2 Prozent) unfreiwillig bzw. vor Ablauf der Vertragslaufzeit. Im Vergleich dazu erwies sich der Pharma- und Healthcare-Bereich als geradezu stabil - nur 10,3 Prozent des weltweiten Spitzenpersonals wechselten, 0,6 Prozent davon unfreiwillig.
Mit einer Wechselquote von 16,9 Prozent im Zehn-Jahresschnitt erweist sich der Telekommunikationssektor als die weltweit wechselintensivste und am wenigsten berechenbare Branche: Jeder zweite Abgang erfolgte unfreiwillig vor Ablauf der eigentlichen Vertragslaufzeit.
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