Cobra übt Ernstfall

In Substanzen lauert heimtückische Gefahr

Tirol
29.09.2019 14:00
2018 wurden innerhalb der EU drei Vorfälle gemeldet, bei denen chemische, biologische, radioaktive und nukleare Substanzen – kurz CBRN – verwendet wurden. Ein Anstieg derartiger Bedrohungen ist zu verzeichnen, daher muss die Cobra stets vorbereitet sein.

Im aktuellen Terrorismus-Lagebericht von Europol, der europäischen Polizeibehörde in Den Haag, sind diese Vorfälle näher beschrieben:

  • Im Mai 2018 wurde ein Ägypter in Frankreich überwältigt, der einen Terroranschlag geplant haben soll. In seiner Wohnung wurden unter anderem diverse Anleitungen entdeckt, die zeigen, wie Giftstoffe dafür verwendet werden können.
  • Im Juni fand die Polizei im Eigenheim eines Tunesiers in Köln ebenfalls verschiedene gefährliche Stoffe. Er wurde festgenommen.
  • Im November klickten für einen Libanesen in Sardinien die Handschellen. Er wollte mit einer Mischung aus tödlichen Giften das Trinkwasser verunreinigen.

„Wir bereiten uns darauf vor“
Drei Vorfälle, die von den Einsatzkräften noch rechtzeitig vereitelt werden konnten. Drei Vorfälle, die sich mittlerweile auch in Österreich zutragen könnten. „Aus diesem Grund sind wir auch gut ausgerüstet und bereiten uns mittels Trainings auf mögliche Einsätze vor“, verdeutlicht Harald Gonner, Chef des Einsatzkommandos Cobra-West.

Die Gefahren, denen Cobra-Beamte bei solchen Einsätzen ausgesetzt sind, sind heimtückisch und nicht zu unterschätzen. „Wir haben es hier mit Strahlungen, chemischen Stoffen, atomaren Bedrohungen und biologischen Kampfstoffen zu tun. Das Schwierige dabei ist, dass man – wenn es eben keinen Verdachtsmoment gibt – oft im Vorhinein nicht weiß, dass ein Täter mit derartigen Materialien hantiert hat“, klärt Christian Kirchmair, CBRN-Verantwortlicher der Cobra, auf.

Spezielle Anzüge mit Atemschutz sind Pflicht
Brenzlige CBRN-Einsätze hat die Cobra vor wenigen Tagen mit Gefahrenstoffkundigen Organen (GKO), die über entsprechende Messgeräte verfügen und auch bei realen Notlagen die Beamten tatkräftig unterstützen, trainiert. Jede Landespolizeidirektion im Land verfügt über derartig ausgebildete Polizisten.

Zuerst wurde ein Täter überwältigt, der einen radioaktiven Stoff bei sich trug. Zum Schutz der Atemwege zogen sich die Cobra-Beamten zusätzlich zur ihrer Schutzausrüstung eine Maske samt Filter über.

Ganzkörper-Schutzanzüge
Beim zweiten Einsatz experimentierte eine Täterin selbst mit Stoffen, um verbotene Gegenstände herzustellen. Zusätzlich zum Atemschutz waren daher Ganzkörper-Schutzanzüge nötig. „Um gegen pulverförmige oder flüssige Stoffe, die über die Haut aufgenommen werden, geschützt zu sein“, wie der Beamte schildert.

Bei drittem Szenario von Stoffen verunreinigt
Das dritte Übungsszenario hatte es dann so richtig in sich. Um den Täter zu überwältigen, zogen sich die Beamten Aktivkohlefilter-Anzüge samt geschlossenem Atemschutzsystem an. Der Übeltäter konnte festgenommen werden, die Beamten wurden allerdings kontaminiert, also verunreinigt.

„Jeder einzelne von ihnen musste somit im Anschluss dekontaminiert werden“, erklärt Kirchmair. Und das läuft nach einem ganz besonderen Schema ab.

Alle weiteren Details gibt es in der Sonntagsausgabe der „Tiroler Krone“.

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