Geruchloses Gas

Landwirt (60) bei Arbeiten im Mais-Silo erstickt

Vor der Feuerwehr Irndorf weht die schwarze Fahne, der Bürgermeister von Kremsmünster ist schockiert. Für einen 60-Jährigen kam jede Hilfe zu spät – er erstickte bei Silo-Arbeiten. Schwiegertochter und Ehefrau begaben sich noch selbst in Lebensgefahr, als sie verzweifelt den Bewusstlosen aus dem Speicher befreiten.

„Ich bin schockiert. Ich habe das Opfer als zuverlässigen und gewissenhaften Landwirt in Erinnerung. Er hat immer genau überlegt, was er macht“, so Gerhard Obernberger, Bürgermeister von Kremsmünster. Am Freitagmorgen wurde Friedrich M. (60) das freigesetzte Gärgas in seinem Silo zum Verhängnis. Der Speicher war bis zwei Meter unterhalb der Oberkante mit frisch geerntetem Mais befüllt. Um mehr Platz zu schaffen, stieg der Landwirt alleine in das Silo, wurde dort vom geruch- und farblosen Gas überrascht. „Gärgas ist schwerer als Luft, irgendwann fehlt einem der Sauerstoff zum Atmen. Steigt man in ein befülltes Silo, muss man davor unbedingt lüften“, erklärt Obernberger, der selbst Landwirt ist.

Feuerwehrkameraden waren im Einsatz
Schwiegertochter und Ehefrau holten den Reglosen kurzerhand aus dem Silo – brachten sich dadurch aber selbst in Lebensgefahr. Beim Eintreffen der Feuerwehr wurden extrem hohe Gärgaswerte gemessen. Die Rettung versuchte über eine halbe Stunde den Landwirt zu reanimieren – leider erfolglos. Besonders tragisch war der Einsatz für die Feuerwehr Irndorf, handelte es sich bei M. doch um einen Kameraden. „Wir wussten um wen es sich handelt, sind mit einem sehr unguten Gefühl hingefahren“, so Einsatzleiter Reinhold Wimmer. Vor der Wache weht die schwarze Fahne. Vor Ort mussten zwei Söhne mit deren Frauen, ein kleines Enkelkind und die Ehefrau den tragischen Ausgang miterleben.

Philipp Zimmermann, Kronen Zeitung

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