Beinahe 20 Jahre, nachdem die ersten Kundengelder verschwanden, und zwei Wochen nach Bekanntwerden des Millionen-Schwindels, ist das Rätsel um den Verbleib der 5,8 Millionen Euro offenbar gelüftet.
Das große Geld vor Augen
Alles begann im Jahr 1991. Der ehemalige Bankdirektor (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) fuhr mit 713.000 Euro nach Deutschland, die er – das große Geld vor Augen – in mehreren Tranchen zwei Firmen aushändigte. In Wien, München und in Hamburg. "Er wollte das Geld hochverzinst anlegen. Nach der Übergabe sind die Firmen aber von der Bildfläche verschwunden. Er hat keinen Cent zurückbekommen", so Margot Tonitz, Anwältin des Beschuldigten.
15 Kunden vertrauten ihm ihr Erspartes an – vom Pensionisten bis zum Kaufmann. Kein Cent davon tauchte je in den Büchern der Bank im Lavanttal auf.
Stattdessen dürfte der Beschuldigte wohl versucht haben, seinen Verlust abzudecken. 600.000 Euro seien zudem auch in den Sportverein geflossen, bei dem er als Obmann fungierte und 1,4 Millionen Euro sind, so Tonitz, für "alles Mögliche draufgegangen".
Funktioniert hat das Pyramiden-System, indem der ehemalige Direktor die Zinsen alter Kunden mit den Investments neuer Anleger abgedeckt hatte. 2,8 Millionen Euro habe er seinen Kunden so ausbezahlt. Und so gelang es wohl auch, dass der Schwindel 20 Jahre lang unbemerkt geblieben ist.
Nachdem der Lavanttaler reumütig ein Geständnis abgelegt hat, befindet er sich nach wie vor in medizinischer Betreuung. "Die 5,8 Millionen Euro sind weg. Mein Mandant ist um Schadensgutmachung bemüht", erklärt Tonitz. Das Strafmaß für Untreue beträgt ein bis zehn Jahre Haft.
von Thomas Leitner, "Kärntner Krone"
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