Marokkanische Asylwerber, die wegen Drogenverbrechen am Innsbrucker Landesgericht angeklagt wurden, zeichneten sich bislang mit wenigen Ausnahmen als "absolute Steher" aus. Das heißt, sie gaben oft nicht einmal Sachverhalte zu, die ihnen unwiderlegbar nachgewiesen wurden. Jener Mauretanier (22) und ein Marokkaner (31), die am Mittwoch in Innsbruck vor Richterin Nadja Obwieser standen, erwiesen sich als weniger stur. Und vor allem klüger: Denn ein Geständnis ist vor Gericht der wertvollste Milderungsgrund.
Mehrmals hatte dieser Prozess am Innsbrucker Landesgericht schon vertagt werden müssen. Geladene Zeugen aus der Drogenszene, zumeist Abnehmer der Angeklagten, waren nicht gekommen. Am Mittwoch waren fast alle da: Etliche "Polizei-Taxis" hatten sie abgeholt und bei Gericht vorgeführt.
Gewinnbringenden Drogenverkauf 2009 an Einheimische, den Verkauf von Kokain und Haschisch an den verdeckten Ermittler, Bestellung, Schmuggel und Lieferung von drei Kilo Haschisch von Italien nach Innsbruck und den Eigenkonsum von Drogen hatten die beiden eingestanden. Der Jüngere versuchte, seinem älteren Kollegen die Verantwortung für eine größere Menge an Drogen zuzuschanzen als bisher behauptet. Der Versuch scheiterte. Wegen Drogenverbrechen wurden beide verurteilt: Der Jüngere zu 30 Monaten, der Ältere zu zwei Jahren. Nicht rechtskräftig.
von Hans Licha, Tiroler Krone
Symbolbild
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