Johann T. (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) soll ja über Jahre hinweg Kundengelder in der Höhe von fünf Millionen Euro veruntreut haben. Am Mittwoch wurde der ehemalige Direktor der Raiffeisen-Bank in St. Stefan im Lavanttal von Beamten des Landeskriminalamts einvernommen.
Bankdirektor als "Robin Hood"
"Wir können uns das einfach nicht vorstellen", sind viele Bewohner des Lavanttaler Ortes schockiert. "Wenn jemand kein Geld für die Miete hatte, war er da und hat ihm unter die Arme gegriffen." Sie sehen in "ihrem" Bankdirektor vielmehr einen "Robin Hood" als einen Betrüger, der Kundengelder veruntreut hat.
So versucht auch die Anwältin des Bankers zu erklären, wie es zu dem Millionenverlust gekommen ist. "Er ist in einen Strudel hineingeraten", sagt Juristin Dr. Margot Tonitz. Sie spricht für ihren Mandanten, der sich nach wie vor in einer Klinik in Villach behandeln lässt.
Einem Betrüger auf den Leim gegangen
So sei Johann T. vor Jahren auch selbst einem Betrüger in Deutschland auf den Leim gegangen. "Bei einer Veranlagung im Ausland ist er einer Scheinfirma aufgesessen und hat dabei viel Geld verloren", erklärt die Juristin, wohin die Spargelder der Bankkunden versickert seien. Auch der Fußball-Regionalligist St. Stefan, dem Johann T. als Obmann vorstand, soll von einer gewissen Summe "Sponsorgeldern" profitiert haben.
Bestürzt zeigt sich die Gattin des Bankers: "Wir stehen vor dem Nichts."
von Thomas Leitner, "Kärntner Krone"
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