02.09.2019 11:17 |

150 Jahr-Jubiläum

Südtirol feiert seine Große Zinne

Lange hielt man die Große Zinne in den Dolomiten für unbezwingbar, bis sie vor 150 Jahren erstbestiegen wurde. Seither ziehen die bleichen Wände Bergsteiger wie den Arnoldsteiner Martin Jannach in ihren Bann.

Es war der 21. August 1869, als sich der Wiener Paul Grohmann, einer der drei Gründer des Alpenvereins, sowie der Maria Luggauer Jäger Peter Salcher und der Sextner Franz Innerkofler aufmachten, um in den Südtiroler Dolomiten die Größte (2999 m) der inzwischen weltberühmten Drei Zinnen zu besteigen und Alpingeschichte zu schreiben. Das 150-Jahr-Jubiläum wird heuer das ganze Jahr schon in Sexten groß gefeiert, denn nach diesem alpinen Meilenstein rückten die bis dahin mit Angst betrachteten „bleichen Berge“ ins Bewusstsein der Alpinisten und eröffneten eine neue Form des Tourismus.

Weitere Pionierleistungen im Klettersport waren 1933 die Besteigung der Nordwand an der Großen Zinne durch Emilio Comici, einem Schüler von Julius Kugy, die Eroberung der Westkante durch Hans Dülfer und die Seilschaft Dieter Hasse und Lothar Brandler, die 1958 in direkter Linie durch die Nordwand kletterten. Die „Hasse-Brandler“-Route galt lange Zeit als die schwerste Felsketterei der gesamten Alpen.

Mittlerweile ist es 40 Jahre her, dass auch der Arnoldsteiner Bergsteiger und Kletterer Martin Jannach, der am 26. August topfit seinen 76. Geburtstag feierte, zum ersten Mal auf dem Gipfel der Großen Zinne stand. „Ich habe damals mit Sepp Szöke, der heute erfolgreicher Bergführer ist, zusammen bei den ÖBB gearbeitet - und er fragte mich, ob ich mit ihm auf die Große Zinne klettern möchte. Natürlich war ich mit dabei, denn die Dolomiten sind einfach wunderschöne Berge und die Zinnen Prestigegipfel, die man als Felskletterer einmal gemacht haben muss.“

Unzählige Berg- und Klettertouren hat der ehemalige Vorsitzende der Naturfreunde Arnoldstein und Mitglied des Alpenvereins Villachs hinter sich. Er stand zuletzt mit 72 Jahren auf der Großen Zinne: „Ich bin damals mit dem Nötscher Roland Mößlacher die Dülfer-Verschneidung in der Westwand geklettert, und wir haben uns nach dem Gipfel über den Normalweg abgeseilt.“

Jannach war es übrigens auch, der den beiden Mößlacher-Zwillingen und Ausnahmekletterern Roland und Robert (34) den Klettersport beibrachte, die an der Großen Zinne schon alle Routen, wie die schwierigen „Comici“, „Hasse-Brandler“, „Phantom der Zinne“ oder „Iso 2000“ durchstiegen sind.

Gemeinsam mit den Mößlacher-Zwillingen zieht sich Martin heute noch seine Kletterschuhe an und steigt los: „Klettern hält mich körperlich und geistig fit!“

Im Zuge des 150-Jahr-Jubiläums präsentierte auch Reinhold Messner als Regisseur seine Dokumentation über die Erstbesteigung der Große Zinne durch Paul Grohmann, der übrigens in Kärnten die Tauernkönigin, die Hochalmspitze, am 15. August 1859 erstbestiegen hatte sowie am 30. September 1865 den höchsten Gipfel der Karnischen Alpen, die Hohe Warte.

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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