Das Urteil ist vorerst nicht rechtskräftig. Der 28-Jährige, der sich zu Beginn der Verhandlung "teilweise schuldig" bekannte, meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Er wurde Anfang März nach Österreich ausgeliefert, nachdem er eine Reststrafe wegen eines ähnlichen Deliktes in Deutschland verbüßt hatte.
2.600 Euro bei Überfall in Ampass erbeutet
Der Angeklagte war geständig, am 13. September 2008 gegen 2.30 Uhr die Tankstelle Ampasser Hof an der Inntalautobahn überfallen und rund 2.600 Euro erbeutet zu haben. In der Verhandlung gab er jedoch an, dass das Opfer, ein 33-jähriger in Innsbruck wohnhafter Landsmann, in die Tat und deren Planung eingeweiht gewesen sei. Der Tankwart sei eine flüchtige Bekanntschaft gewesen und habe "ihn in seiner finanziell misslichen Lage unterstützen wollen".
Richter: "Nicht den geringsten Zweifel an ihrer Schuld"
Richter Josef Geisler (Bild) schenkte der Version des Beschuldigten keinen Glauben: "Warum soll ein Familienvater für jemanden, den er zweimal vorher gesehen hatte, seine Existenz gefährden?" Der Senat hat nicht den geringsten Zweifel an ihrer Schuld, sagte Geisler in Richtung des Angeklagten. Erschwerend sei hinzugekommen, dass der 28-Jährige in Deutschland einschlägig vorbestraft sei und, dass er nicht davor zurückgeschreckt habe, das Opfer anzuschwärzen, um "billiger davonzukommen", erklärte der Richter.
Außerdem sei es seltsam, dass zwar Maske und Rucksack gefunden worden seien, die Waffe hingegen nicht. Der Richter ging deshalb davon aus, dass es sich um eine echte Pistole gehandelt hatte, die der Beschuldigte verschwinden ließ.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.