21.08.2019 20:10 |

Brexit-Galgenhumor

Johnson zu Merkel: „Wir schaffen das!“

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine Lösung des Irland-Problems bis zum geplanten EU-Austritt Großbritanniens Ende Oktober für möglich. Der sogenannte Backstop sei nur als Übergangsregel für die nicht endgültig gelöste Irland-Frage gedacht gewesen, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin bei einem Treffen mit Großbritanniens Premierminister Boris Johnson. Der zeigte Galgenhumor im ewigen Brexit-Drama und sagte zu Merkel auf Deutsch: „Wir schaffen das!“

Man sei bisher davon ausgegangen, eine endgültige Lösung in den nächsten zwei Jahren zu finden, sagte Merkel. „Aber man kann sie vielleicht ja auch in den nächsten 30 Tagen finden. Warum nicht? Dann sind wir ein ganzes Stück weiter.“

Irland-Lösung hat große, große Mängel“
Johnson betonte erneut: „Der Backstop weist große, große Mängel auf für ein souveränes, demokratisches Land wie das Vereinigte Königreich. Er muss einfach gestrichen werden.“ Auch sein Land wolle einen „verhandelten Austritt“ aus der EU und keinen ungeregelten Brexit. „Wir schaffen das!“, feixte er auf Deutsch (siehe Tweet) in Anspielung auf das geflügelte Merkel-Wort in der Flüchtlingskrise.

Der Backstop sieht vor, dass Großbritannien so lange Teil einer Zollunion mit der EU bleiben soll, bis eine andere Lösung gefunden ist, die Kontrollen überflüssig macht. Für Nordirland sollen zudem teilweise Regeln des Europäischen Binnenmarkts gelten. Die Brexit-Hardliner in Johnsons Tory-Partei fürchten, dass Großbritannien durch den Backstop dauerhaft eng an die EU gebunden bleiben könnte. Eine eigenständige Handelspolitik wäre so unmöglich.

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