18.08.2019 14:28 |

WLAN-Lautsprecher

Ikea Symfonisk: Sonos-Sound trifft Schweden-Schick

Zum grauen Ektorp-Sofa passen die neuen Symfonisk-Lautsprecher von Ikea hervorragend. Doch wie klingen die aus der Kooperation des schwedischen Möbelhauses mit dem US-Hersteller Sonos hervorgegangenen und seit Kurzem in Österreich erhältlichen WLAN-Lautsprecher? krone.at hat die beiden Geräte getestet.

Einfach nur Lautsprecher zu machen, war Ikea offenbar zu wenig. Die ersten beiden Modelle der in Zusammenarbeit mit dem Multiroom-Spezialisten Sonos entwickelten Symfonisk-Serie erfüllen daher neben der reinen Klangwiedergabe eine weitere Funktion: Der Regal-Speaker taugt, quer mittels optionaler Halterung an die Wand montiert, zum tönenden Nachtkasterl, das Platz für ein Buch oder andere, bis zu drei Kilogramm schwere Gegenstände bietet, oder zum Küchenradio, das sich per Haken an eine entsprechende Stange oder ein Gitter hängen lässt, während die Tischleuchte, unschwer zu erraten, Lampe (E14-Fassung) und Lautsprecher miteinander kombiniert.

Sonos-Sound trifft Schweden-Schick
Beiden sowohl in Schwarz als auch in Weiß erhältlichen Geräten gemein ist das typisch skandinavische, zurückhaltende Design, das sich dank textiler Stoffbespannung nicht nur gut anfühlt, sondern vor allem unauffällig in die Wohnlandschaft gliedert. Die eigentliche Besonderheit aber ist die Kompatibilität der Lautsprecher zu Sonos‘ Lautsprecher-Ökosystem mitsamt der dazugehörigen App, und das zu einem mehr als konkurrenzfähigen Preis: Den Regal-Lautsprecher gibt es für rund 100 Euro, die Tischleuchte für knapp 180 Euro. Letztgenannte liegt damit preislich gleichauf mit dem günstigsten Sonos-Speaker, dem Play:1, der zugleich die technische Basis für die beiden Ikea-Lautsprecher liefert.

Einfacher Einstieg
Die Inbetriebnahme und Bedienung der Symfonisk-Lautsprecher gestaltet sich dementsprechend einfach und komfortabel: Über die App werden die Geräte erkannt und mit dem heimischen WLAN verbunden, über welches dann die nötige Musik gestreamt wird. Sonos unterstützt die gängigsten Streaming-Dienste, darunter
Apple Music, Spotify, Amazon Music, Audible, Deezer, TuneIn, Google Play Music oder YouTube Music. Alternativ steht eine Ethernetbuchse zum Anschluss an die auf einem Netzwerkspeicher hinterlegte Musikbibliothek zur Verfügung.

Einen Klinkeneingang oder Bluetooth-Unterstützung sucht man bei den Ikea-Speakern dagegen vergeblich, dafür unterstützen die Lautsprecher Apples Airplay 2, sodass Nutzer Musik direkt von ihrem iOS-Gerät übertragen können. Besitzer von iPhone und iPad haben noch einen weiteren Vorteil: Sie können von Sonos‘ Trueplay-Funktion Gebrauch machen und über das Mikrofon von iPhone oder iPad den Klang der Lautsprecher kalibrieren und an die räumlichen Gegebenheiten anpassen.

Echter Stereo-Klang
Per App können die Lautsprecher darüber hinaus zu Gruppen (etwa als Satelliten in einem Heimkinosystem mit Sonos‘ Playbase, Playbar oder Beam) bzw. Räumen zusammengefasst und verwaltet werden. Wer zwei Lautsprecher des gleichen Typs sein Eigen nennt, kann diese auch zu einem echten Stereopaar verbinden. Einen Regal-Lautsprecher mit der Tischleuchte zu koppeln, funktioniert dagegen nicht. Das kennt man bereits von Sonos‘ eigenen Lautsprechern - auch diese lassen sich nicht untereinander kombinieren, wohl um das Klangbild nicht zu verfälschen.

Nicht ganz so smart
Was ebenfalls nicht möglich ist bzw. nur über einen Umweg: die Symfonisk-Lautsprecher per Sprache zu steuern. Das bleibt dem mit rund 230 Euro teureren Sonos One vorbehalten. Wer bereits einen Echo-Lautsprecher von Amazon mit Alexa-Unterstützung hat, kann seine Lieblingsmusik dennoch über die Sprachassistentin steuern. Die Symfonisk-Geräte müssen dafür lediglich zum bevorzugten Lautsprecher bzw. Ausgabegerät ernannt werden, für das der Echo-Speaker dann als Mittler fungiert.

Klangliche Unterschiede
Während es in puncto technischer Ausstattung und Bedienung keinerlei Unterschiede zwischen den Symfonisk-Lautsprechern gibt, tun sich beim Klang durchaus einige auf. So tönt der Regal-Lautsprecher deutlich mitten- und bassbetonter als die Lautsprecher-Lampe, die dank definierter Höhen und ihrer voluminöseren, runden Bauform den ausgewogeneren und auch räumlicheren Klang liefert. Wer dem Namen der Ikea-Speaker Ehre machen und damit auch der einen oder anderen Sinfonie lauschen möchte, sollte daher eher zum teureren Lampen-Modell greifen.

Fazit: Guter Klang, gepaart mit einfacher Bedienbarkeit und ansprechendem Design zum attraktiven Preis: Ikeas Einstieg in den Markt für WLAN-Lautsprecher ist geglückt und dürfte für viele Konsumenten ebendiesen in die Sonos-Welt ebnen - zumal die seit August erhältlichen Geräte im Gegensatz zum Original des US-amerikanischen Multiroom-Spezialisten einen praktischen Zusatznutzen erfüllen und auch als Lampe (die edlere schwarze Version gibt es voraussichtlich erst ab Oktober) bzw. Nachtkasterl eine gute Figur machen. Bekritteln könnte man neben dem weniger ausgewogenen Klang des Regal-Lautsprechers eigentlich nur die fehlende Unterstützung für Sprachassistenten. Wer auf seine Privatsphäre bedacht ist, dürfte darin jedoch einen Vorteil sehen.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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