Bitteres EM-Aus für Österreichs Handballnationalteam. Der 26:25-Sieg gegen Serbien reicht nicht für einen Aufstieg in die Hauptrunde. Nach zwei Pleiten in den ersten beiden Spielen hätte man nun mit mehr als vier Toren Vorsprung gewinnen müssen. Am Ende sprang dank deutscher Schützenhilfe Tabellenplatz drei heraus.
Die Mannschaft von Teamchef Iker Romero schlug am Montag in Herning in ihrem dritten Gruppenspiel Serbien nach großem Kampf 26:25 (12:13). Es war nach zwei Pleiten der erste Erfolg bei dieser EM, für die Top 2 in Gruppe A reicht es jedoch nicht. Deutschland bezwang zum Abschluss der Gruppenphase Spanien 34:32 und sicherte sich den Poolsieg. Da Österreich und Serbien jeweils bei zwei Zähler halten, entschied das direkte Duell zugunsten von Rot-Weiß-Rot, womit man Rang vier vermied. Das hat positive Folgen für die kommende WM-Qualifikation. Während die Gruppen-Vierten bereits Mitte März in die Vor-Quali einsteigen müssen, stehen die Dritten bereits im finalen WM-Play-off Mitte Mai. Damit erspart man sich eine Extrarunde.
„Haben wir uns verdient“
„Natürlich ist es schön, dass wir uns zum Ende des Turniers noch einen Sieg geholt haben. Das haben wir uns verdient, das hat sich Iker auch verdient nach dieser langen Durststrecke“, sagte Kapitän Mykola Bilyk im ORF-Interview nach dem Match und spielte auf den Premierenerfolg für Romero im siebenten Spiel als österreichischer Cheftrainer an. „Wir hatten sicher unsere Möglichkeiten, aber wie in den anderen Spielen auch schon hat uns am Ende die letzte Konsequenz gefehlt“, erklärte Bilyk.
Hoffnung auf Rang drei
Nur die Top 2 steigen in die Hauptrunde auf. Mit Rang drei versäumt man dieses Ziel zwar, allerdings hätte diese Platzierung positive Folgen für die kommende WM-Qualifikation. Während die Gruppen-Vierten bereits Mitte März in die Vor-Quali einsteigen müssen – im Falle Österreichs würde dies ein Hin- und Rückspiel mit Litauen bedeuten -, stehen die Dritten bereits im finalen WM-Play-off Mitte Mai.
Großer Kampf in enger Partie
Das ÖHB-Team startete gut und mit aggressiver Verteidigung in die Partie, eine 2:0-Führung war das Ergebnis. Der erste Gegentreffer fiel erst in der 6. Minute. Doch auch die serbische Abwehr sowie Goalie Dejan Milosavljev zeigten ihre Qualitäten. So stand es nach zehn Minuten gerade einmal 3:3. Eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Lukas Herburger brachte Serbien 5:3 in Front. Doch die Romero-Truppe blieb dran und schaffte bei 9:7 bzw. 10:8 wieder einen Zwei-Tore-Vorsprung.
Ein doppeltes Überzahlspiel ließen die Österreicher allerdings durch Ungenauigkeiten im Abschluss und einem starken Milosavljev ungenutzt, wodurch der Gegner wieder Oberwasser bekam und mit einer 12:13-Führung in die Pause ging. Auch in der zweiten Hälfte blieb es eng, der Abnützungskampf wurde fortgesetzt. Keiner Mannschaft gelang es, sich abzusetzen. Lukas Hutecek und Co. lagen erstmals bei 22:20 mit zwei Treffern voran, auch weil Kreisläufer Tobias Wagner immer besser in Schwung kam und Keeper Constantin Möstl starke Paraden zeigte.
Vier-Tore-Vorsprung nötig zum Aufstieg
Ein Unterzahlspiel überstand Österreich unbeschadet, dafür nützte man im Anschluss eine eigene doppelte Überzahl und führte erstmals mit drei Toren (23:20). Sebastian Frimmel und Hutecek vergaben jeweils die Chance auf plus vier – ein Vorsprung, den man für einen allfälligen Aufstieg benötigte. Den Sieg ließen sich die ÖHB-Asse unter dem frenetischen Jubel vieler deutscher Fans – Deutschland hoffte seinerseits auf Schützenhilfe des Nachbarn – nicht mehr nehmen. Er fiel freilich nicht mehr hoch genug aus, auch weil Mykola Bilyk in der Schlussminute beim Stand von 26:24 vom Siebenmeter-Punkt nicht traf.
„Mit viel Herz gespielt“
Daher blieb die Gefühlswelt gemischt. ÖHB-Sportdirektor Patrick Fölser meinte, er sei „unglaublich froh, dass wir den Sieg haben. Natürlich wären wir gerne in die Hauptrunde gekommen. Aber was wir heute in der Deckung abgerissen haben, was wir da gespielt haben, mit so viel Herz. Es war alles da, was wir brauchen in so einem Spiel. Hut ab, wie sie sich heute aus der Sache rausgezogen haben.“ Auch vom Trainer gab es viel Lob. „Wir haben bis zur letzten Sekunde gekämpft für diese vier Tore. Am Ende hat es nicht gereicht, aber die Jungs haben gezeigt, dass sie die Zukunft sind“, sagte Romero. Durch den Sieg der Deutschen hätte am Ende aber auch ein Kantersieg nicht zum Aufstieg gereicht
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