06.08.2019 10:07 |

Nach US-Massakern

Games-Industrie wehrt sich gegen Gewaltvorwürfe

Nach den Bluttaten in den USA am Wochenende hat der US-Verband für Unterhaltungssoftware einen Zusammenhang zwischen Videospielen und Gewalttaten zurückgewiesen. In vielen Ländern, in denen Videospiele genauso beliebt seien, gebe es kein solch tragisch hohes Gewaltniveau wie in den USA, erklärte Dan Hewitt von der Entertainment Software Association.

Studie um Studie habe festgestellt, dass es keine Verbindung zwischen Videospielen und realer Gewalt gebe, sagte Hewitt gegenüber der Website Vox.com. „Die Gewaltverbrechen in unserem Land sind in dem Moment zurückgegangen, in dem Videospiele immer beliebter wurden. Und andere Gesellschaften, in denen Videospiele eifrig gespielt werden, kämpfen nicht mit dem tragischen Ausmaß an Gewalt, das in den USA auftritt.“

Videospiele trügen „positiv zur Gesellschaft bei“, etwa als Bildungsinstrument und um Familien und Freunde zusammenzubringen, so Hewitt weiter. Er rief dazu auf, nicht mit dem Finger auf Videospiele zu zeigen und dabei „andere Faktoren zu verdecken, die wahrscheinlich zu solchen Vorfällen beitragen“.

Trump kritisiert „grausame“ Videospiele
Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump in seiner Reaktion auf die blutigen Taten von El Paso und Dayton, bei denen am Wochenende 32 Menschen getötet worden waren, gemahnt, dass die USA „die Verherrlichung von Gewalt stoppen“ müssten, auch in weit verbreiteten und „grausamen“ Videospielen.

Kurz zuvor hatte bereits der Fraktionsvorsitzende der Republikaner, Kevin McCarthy, und der Vize-Gouverneur von Texas, Dan Patrick, in US-Medien Videospiele für die Massaker verantwortlich gemacht. So warf Patrick der Videospielindustrie etwa vor, jungen Menschen das Töten beizubringen.

„Videospielwaffen töten keine Menschen“
E-Sports-Experte Rod Breslau wies die Vorwürfe unter anderem via Twitter zurück: “Videospielwaffen töten keine Menschen, echte Waffen schon."

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