29.11.2002 19:37 |

AK kritisiert

Starke Preisverteuerung bei Giro-Konten

Konsumenten kommt eine Kontoüberziehung teurer als Privatkredit -Überziehungszinsen am Girokonto sind enorm hoch – Guthabenszinsen bleiben hingegen knausrig –Außerdem: Starke Preisverteuerungen im Zahlungsverkehr
Girokonto überziehen ist sehr teuer - imSchnitt kostet das um vier Prozent mehr als ein Privatkredit.Aber: Es lohnt sich auch nicht, das Geld wegen der niedrigen Zinsenauf dem Girokonto liegen zu lassen. Das zeigt ein aktueller AKTest bei 8 Banken. Die Banken haben seit 1993 die Guthabenzinsenkräftig gesenkt, aber die Überziehungszinsen sehr hochgehalten, kritisiert AK Konsumentenschützer Harald Glatz.Zudem gab es seit 1992 Preissteigerungen im Zahlungsverkehr biszum Vierfachen.
 
Konto überziehen kommt Konsumenten sehr teuer:Wer sein Girokonto innerhalb des vereinbarten Kontorahmens (inder Regel 3 Nettomonatsgehälter) überzieht, zahlt kräftigeÜberziehungszinsen. Die Banken kassieren zwischen9 Prozent (Volksbank Wien) und 13,25 Prozent (BA-CA) pro Jahr,zeigt der AK Test vom November. Noch kostspieliger wird es, wenndas Girokonto über den vereinbarten Kontorahmen überzogenwird. Die Überziehungszinsen betragen bis zu 18,05Prozent (BA-CA).
 
Aber: Für das Girokontoguthaben sind die Zinsensehr gering. Die Guthabenzinsen betragen zwischen 0,125 Prozent(Erste Bank, Volksbank Wien, BA-CA, Raiffeisen Landesbank, HypoNÖ) und 0,5 Prozent (BAWAG) pro Jahr. So zeigt die AK Analyse,dass seit Dezember 1995 die durchschnittlich am Markt angebotenenGuthabenzinsen für das Girokonto viel stärker runtergingen, als die maßgeblichen Leitzinsen: Während dieSekundärmarktrendite-Bund um 27 Prozent fiel, sanken dieGuthabenszinsen auf Girokonten um 55 Prozent. Durch die niedrigeVerzinsung auf den Konten sparen die Banken erhebliche Refinanzierungskosten,kritisiert Glatz. Er empfiehlt bei den Banken zu verhandeln, ummehr Geld am Girokonto zu bekommen.
 
Auch die Preissteigerungen im Zahlungsverkehr sindin den letzten zehn Jahren exorbitant ausgefallen. Die Zahlscheingebührensind um satte 455 Prozent gestiegen, die Kontoführungsgebührum 125 Prozent, beanstandet Glatz. Die Bankomatkarte kostet seit1992 um knapp ein Drittel mehr, und die Dauerauftragsänderungenum die Hälfte.
 
Harald Glatz rät bei Kontoüberziehungen:Prüfen Sie, ob Sie einen Überziehungsrahmen vereinbarthaben und in welcher Höhe. Verhandeln Sie unbedingt einenÜberziehungszinssatz aus. Haben Sie Geld auf einem niedrigverzinsten Sparbuch liegen, sollten Sie ein längerfristiges"Minus" am Konto damit ausgleichen. Wer sein Konto pausenlos überzieht,sollte besser einen Privatkredit aufnehmen. Bedenken Sie aber,dass zusätzlich Kreditsteuer und Bearbeitungsgebühranfallen.
Samstag, 08. Mai 2021
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