Magere Ausbeute

FPK sieht nach Wahl “keinen Anlass zur Aufregung”

Kärnten
26.04.2010 20:22
Mit knapp 20,8 Prozent hat die freiheitliche Kandidatin Barbara Rosenkranz bei der Bundespräsidentenwahl in Kärnten ein eher mageres Ergebnis erzielt. FPK-Chef Uwe Scheuch hatte sich im Vorfeld noch zwischen "20 und 30 Prozent" erhofft. Amtsinhaber Heinz Fischer, der in Kärnten sein schlechtestes Länderergebnis "hinnehmen" musste, blieb nur in zwei Kärntner Gemeinden unter 60 Prozent.

Mit großem Aufwand hatte die Landeshauptmannpartei FPK die FPÖ-Kandidatin Barbara Rosenkranz im Wahlkampf unterstützt. Doch der Lohn dafür ist ausgeblieben. 20,8 Prozent - da hatten sich viele Freiheitliche gerade in Kärnten mehr erwartet.

Dennoch zeigte sich FPK-Chef Uwe Scheuch "mit dem Ergebnis in Kärnten zufrieden. Schließlich haben die EU-Wahlen letztes Jahr ein ähnliches Ergebnis geliefert". Als Warnsignal, dass sein Schritt von Orange zu Blau von den Wählern nicht gutgeheißen werde, will Scheuch das Ergebnis nicht verstanden wissen. Im Gegenteil, er sei "zuversichtlich, dass die Freiheitlichen in Kärnten bei der nächsten Landtagswahl ein ganz anderes Ergebnis erreichen werden".

Landeshauptmann Gerhard Dörfler gab sich nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses ebenfalls trocken. Er sehe "keinen Anlass zur Aufregung. Ich habe mir von der Wahl sowieso nichts Besonderes erwartet", so Dörfler.

Petzner verwundert
BZÖ-Landessprecher Stefan Petzner wunderte sich wiederum darüber, dass Uwe Scheuch "vor der Wahl von einem Ergebnis bis zu 30 Prozent geträumt hatte und nun - angesichts seiner Niederlage - plötzlich das Amt in Frage stellt, während er den gesamten Wahlkampf über die Wichtigkeit des Amtes betont hatte".

Fischer "schwächelt" in Kärnten
Laut vorläufigem Endergebnis musste Amtsinhaber Heinz Fischer in Kärnten mit 73,37 Prozent (140.806 Stimmen) sein schlechtestes Ergebnis in Österreich hinnehmen. Barbara Rosenkranz erzielte hingegen mit 20,79 Prozent (39.890 Stimmen) noch ihr bestes Länderergebnis in Österreich. Christen-Kandidat Rudolf Gehring kam auf 5,84 Prozent (11.211 Stimmen). Die großen "Sieger" der Wahl in Kärnten waren aber die Nichtwähler. Denn die Mehrheit der Kärntner pfiff auf die Stimmabgabe, nur knapp 46,5 Prozent der 447.679 Wahlberechtigren schritten zu den Urnen.

Rosenkranz in Dörfler-Gemeinde stark
Barbara Rosenkranz erzielte ihre stärksten Resultate in Albeck (37,3 Prozent) und in Gerhard Dörflers Heimatgemeinde Deutsch-Griffen (35,8 Prozent), blieb in vielen weiteren Gemeinden über der 30-Prozent-Marke. Ihr schlechtestes Ergebnis holte sie in Zell Pfarre mit zwei Prozent, in Bad Eisenkappel waren es 9,3 Prozent.

Fischer in vier Gemeinden über 80 Prozent
Amtsinhaber Heinz Fischer erzielte sein bestes Ergebnis in Zell Pfarre (89,8 Prozent), in Bad Eisenkappel holte er 87,4 Prozent der Stimmen. Zudem blieb er in weiteren vier Gemeinden über 80 Prozent, in insgesamt 114 Gemeinden holte sich Fischer mehr als zwei Drittel der Stimmen. Rudolf Gehring erzielte sein bestes Kärnten-Ergebnis in der Gemeinde Lesachtal, wo er 16,25 Prozent holte, insgesamt schaffte er sechs zweistellige Resultate. Am wenigsten Zuspruch erhielt Gehring in Bad Bleiberg mit 2,8 und Hüttenberg mit drei Prozent.

"Erfreulicher Tag" für SPÖ-Chef Kaiser
SPÖ-Landeschef Peter Kaiser sprach von einem "erfreulichen Tag", das selbst gesteckte Ziel - nämlich mindestens zwei Drittel der Stimmen für Heinz Fischer - sei deutlich erreicht worden, so Kaiser. "Die FPK hat ihr Ziel von 30 Prozent nicht erreicht", meinte SPÖ-Chef Kaiser. Und die ÖVP müsse die geringe Wahlbeteiligung verantworten. "Sie hat der Demokratie einen Bärendienst erwiesen", so Kaiser.

ÖVP-Goritschnig: Ergebnis "respektieren"
ÖVP-Landesgeschäftsführer Thomas Goritschnig will das Wahlergebnis "respektieren". "Die geringe Wahlbeteiligung regt dazu an, tatsächlich über die Novellierung der Wahlperiode nachzudenken", meinte Goritschnig. Dass die ÖVP keinen Kandidaten nominiert hat, sieht der Landesgeschäftsführer nicht als Versäumnis. Es habe schließlich mehrere Parteien gegeben, die keinen Kandidaten aufgestellt hätten. "Und die ÖVP-Wähler sind mündig und haben sich so entschieden, wie sie entschieden haben", so Goritschnig.

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