19.07.2019 15:19 |

Tipps vom Profi

Klettersteige: „Stürzen ist verboten!“

Klettersteiggehen sieht auf den ersten Blick leicht aus, ist in Wahrheit jedoch äußerst komplex. Bergführer Michael Mautz gibt uns Tipps für den sicheren Klettersteig-Genuss.

Klettersteiggehen erfreut sich weiterhin zunehmender Beliebtheit und ist eine großartige Disziplin, denn die ,Eisenwege‘ bringen Bergsportler in Felswände und an Positionen, wohin sie sonst oft nie hingekommen wären, so Michael Mautz, Ausbildungsleiter beim Kärntner Bergführerverband. Auch wenn bei Klettersteigen ein Stahlseil durch Schluchten, Felswände und auf Gipfel führt und die Route damit vorgegeben ist, sollte auf eine Tourenplanung dennoch nie vergessen werden. Es gibt verschiedene Schwierigkeitsgrade. Die Skala reicht von A für wenig schwierig bis F für mehr als extrem schwierig. Der allerhöchste Schwierigkeitsgrad ist G. Weltweit gibt es einen Klettersteig auf Gran Canaria in dieser Kategorie.

Mautz: „Bei der Bewertung ist immer die schwierigste Stelle ausschlaggebend. Ein C-Klettersteig kann entweder nur eine kurze, wenige Meter lange C-Stelle aufweisen, während ein anderer C-Steig durchgehend über mehrere Hundert Meter Schwierigkeiten in dieser Kategorie enthält.“ Somit sei es wichtig, die Klettersteige zu differenzieren. „So ist der Klettersteig durch die Rotschitza-Klamm am Faaker See durchaus mit Sportschuhen machbar, während man hinauf auf die 3360 Meter hohe Hochalmspitze mit bedingt steigeisenfesten Bergschuhen besser beraten ist. Und auf einem Sportklettersteig wie auf den Griffener Schlossberg ist man mit Kletterschuhen klar im Vorteil.“

Anders zu bewerten sind auch die Klettersteige in den Julischen Alpen wie etwa hinauf auf den Mangart, wo zahlreiche Stellen ungesichert und im leichten Klettergelände frei zu gehen sind. Auch das Sicherungssystem sieht beim Klettersteiggehen leicht aus, nur wenn es nicht richtig angewandt wird, kann es rasch gefährlich werden. „Stürzen im Klettersteig ist verboten!“, formuliert es Michael, weil Stürze viel schlimmere Folgen haben als beim Fels-, Sport- oder Alpinklettern. „Ist man richtig gesichert, wird man niemals tödlich abstürzen können, jedoch kann man auf einen Metallanker fallen, auf eine Felsstufe oder zwischen zwei Ankern mehrere Meter über die Felsen und Steine nach unten rutschen“, macht Mautz auf die Gefahren aufmerksam: „Solche Sachen kann man verhindern, wenn man nie an seine Leistungsgrenze geht!“

Außerdem gilt es immer, beide Karabiner ins Stahlseil zu hängen. „Oft sieht man, wie Leute, wenn sie in leichteres Gelände kommen, sich nicht mehr oder nur noch mit einem Karabiner einhängen. Da reicht eine kleine Unachtsamkeit, und ein Stolpern kann tödlich enden“, mahnt der Wolfsberger Bergführer zur Vorsicht. Auf den Kopf gehört außerdem ein Kletterhelm, denn gerade in stark begangenen Klettersteigen kommt es immer wieder zu Steinschlägen, ausgelöst durch Kletterer die über einem selbst unterwegs sind. Mautz: „Wer diese Tipps beherzigt, wird sicher viel Spaß haben.“

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