16.07.2019 15:43 |

9000 Jahre alt

Größte Steinzeit-Siedlung Israels freigelegt

In der Stadt Motza westlich von Jerusalem ist bei Notgrabungen die größte bekannte prähistorische Siedlung der Region westlich des Jordans freigelegt worden. In der Siedlung von mindestens 25 Hektar sollen zu Blütezeiten bis zu 3000 Menschen Platz gehabt haben, erläuterten Archäologen der israelischen Antikenbehörde. Auf dem Gebiet entsteht eine neue Straße nach Jerusalem.

Die Funde der vergangenen Monate, darunter zahlreiche Grabbeigaben, zeugten von internationalen Handelstätigkeiten der Bewohner. So wurden unter anderem Alabasterperlen aus Ägypten, eine Obsidian-Klinge aus der heutigen Türkei, Muscheln vom Toten Meer und dem Mittelmeer sowie Karneol aus der Negev-Wüste oder dem Sinai gefunden.

Funde deuten auf Sesshaftigkeit hin
Freigelegt wurden laut den Archäologen ferner steinerne Fundamente von privaten und öffentlichen Gebäuden, öffentliche Plätze, Lagerräume und Straßen. Knochenfunde belegen die früheste bisher gefundene Domestizierung von Ziegen. Insgesamt deuten die Funde laut Co-Grabungsleiter Jacob Vardi auf sesshafte Bewohner hin. Dafür sprächen Hinweise auf Viehhaltung, Domestizierung von Pflanzen und Landwirtschaft.

Neben steinzeitlichen Überresten fanden die Archäologen auf dem Areal Artefakte aus der Bronzezeit, aus römischer, byzantinischer und der Kreuzfahrerzeit. Die Grabungen stünden kurz vor dem Abschluss. Ihre Ergebnisse sollen in den kommenden Jahren ausgewertet und veröffentlicht werden.

Der zuständige Bezirksarchäologe sagte, die Antikenbehörde diskutiere die Einrichtung eines Besucherzentrums nach Abschluss der Straßenbauarbeiten. Ferner seien die freigelegten vier Hektar mit 3D-Technologie dokumentiert worden, um die Details der Funde digital zugänglich zu machen.

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