Mit diesem Schritt will die NADA versuchen, Klarheit in mögliche Doping-"Altlasten" zu bringen. Gegen "alle namentlich bekannt gewordenen" Sportler und Trainer, die eventuell mit Blutabnahmen bei der Firma Humanplasma in den Jahren 2003 bis 2006 Verstöße gegen die Antidoping-Bestimmungen begangen haben, werden Verfahren eingeleitet. Demnach auch gegen Graf, die in Interviews zugegeben hatte, dass ihr bei Humanplasma Blut abgenommen worden war.
Die frühere 800-Meter-Läuferin aus Völkermarkt, deren größter Erfolg Olympia-Silber 2000 in Sydney war, legte aber immer Wert darauf, dass sie Blut nie zurückgeführt habe. Sie ist sich keiner unerlaubten Doping-Handlung bewusst.
"Mit Gerüchten muss ich leben"
Gerüchte, dass sie gedopt hätte, hatte sie in Gesprächen mit der "Krone" immer entschieden zurückgewiesen. "Aber mit den Gerüchten muss ich leben", hatte sie auch bei ihrem sehr überraschenden Rücktritt im Jänner 2004 gesagt. Dass dieser Rückzug mit einem positiven Test (angeblich mit einem extrem erhöhten Nandrolonwert) zusammenhänge, hatte sie der "Krone" gegenüber mehrmals bestritten.
Fraglich bleibt, ob in einem jetzt auf Graf zukommenden Verfahren eindeutige Beweise vorliegen, um sie nachträglich zur Rechenschaft zu ziehen. In jedem Fall gilt für Graf die Unschuldsvermutung.
Die NADA hatte sich im Übrigen vor den neuen Verfahren juristische Rückendeckung bei der Welt-Antidoping-Agentur geholt. In jedem einzelnen Fall muss die Rechtskommission der NADA entscheiden, ob ein Vergehen zu dem damaligen Zeitpunkt vorlag oder nicht.
von Olaf Brockmann, "Kronen Zeitung"
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