Anlass dafür ist ein Brief eines Hypo-Insiders, der im Jahr 1999 kursierte und nun bei der Staatsanwaltschaft gelandet ist. Darin wurden schon damals schwere Vorwürfe gegen die Bank-Vorstände erhoben.
Haider waren Anschuldigungen bekannt
Petzner, der am Montag zur "Verteidigung von Jörg Haider und der Kärntner" ausgerückt war, bestätigt, dass Haider dieses Dossier bekannt war: "Es gibt einen Aktenvermerk, dass Haider mit den Bankmanagern über die Anschuldigungen gesprochen hat. Es wurde ihm das Gegenteil dargestellt. Haider hat sich auf die Aussagen der Manager verlassen."
SPÖ fordert Untersuchungshaft
Bei diesem Gespräch soll auch der damalige Finanzreferent Karl Pfeifenberger, der als Kommissär der Landesregierung im Hypo-Aufsichtsrat saß, dabei gewesen sein. Haider kann nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden. Die SPÖ fordert aber die Untersuchungshaft für Pfeifenberger und die Ex-Hypo-Bosse Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger.
Heftige Kritik an Millionenabfertigung
Für alle gilt natürlich die Unschuldsvermutung, ebenso wie für jene, die von Petzner als Drahtzieher verdächtigt oder angezeigt wurden. Wie der gesamte aktuelle Aufsichtsrat mit Johannes Ditz (ÖVP) und Rudolf Scholten (SPÖ) an der Spitze, dem er Untreue vorwirft. Petzner: "Die Drei-Millionen-Abfertigung für den Ex-Banker Franz Pinkl hätte nicht bezahlt werden dürfen." Pinkl sei belohnt worden, dass er die Bank massiv abgewertet habe und – so Petzners Vermutung – Wiener Großbanken sich die Hypo nun günstig unter den Nagel reißen könnten.
Das sei schon bei den Swap-Verlusten 2004 die Absicht gewesen, meint Petzner, der die Rolle des damaligen Finanzministers Karl-Heinz Grasser hinterfragen will: "Grasser hat monatelang von den Verlusten gewusst. Warum ist er zu diesem Zeitpunkt an die Öffentlichkeit gegangen?"
Ebenfalls aufklärenswert sei die Zusammenarbeit zwischen dem Investor Tilo Berlin und Ex-BayernLB-Chef Werner Schmidt beim Hypo-Verkauf, so Petzner.
von Waltraud Dengel, "Kärntner Krone"
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