05.07.2019 12:30 |

Nach tödlichem Unfall

Angeklagter: „Haben eine ganze Familie zerstört“

Ohne Führerschein und betrunken stieg ein Einheimischer (38) im Vorjahr in sein Auto – und darin aufs Gas. Eine Entscheidung mit fatalen Folgen: Mit überhöhter Geschwindigkeit fuhr er auf der Brennerautobahn auf ein vor ihm fahrendes Auto auf. Die Lenkerin starb, der Mann wurde zu einer Haftstrafe verurteilt.

„Jeden Tag muss ich in den Spiegel schauen und damit leben, dass ich eine Familie zerstört habe“, sagte der Angeklagte am Donnerstag vor dem Gericht in Innsbruck.  Viel zu schnell, ohne im Besitz eines Führerscheins zu sein, aber dafür mit 1,4 Promille Alkohol im Blut, verursachte der 38-Jährige im September 2018 einen tödlichen Unfall auf der Brennerautobahn.

57-jährige Frau starb
Er selbst habe sich „nach ein paar Bier und zwei Schnäpsen“ nicht betrunken gefühlt, sonst wäre er nicht ins Auto gestiegen. Hinter ihm sei ihm laut eigener Aussage ein Fahrzeug sehr dicht aufgefahren. Er wollte die Spur wechseln, der Verkehr habe dies aber nicht zu gelassen – ein Blick in den Rückspiegel, um den Drängler im Auge zu behalten und schon sei es passiert: Mit voller Wucht fuhr der Mann auf einen Pkw auf. Die 57-jährige Lenkerin starb, ihr Mann wurde verletzt. Die Schilderungen zweier Zeugen, die ein Rennen als Motiv des riskanten Fahrverhaltens des Angeklagten vermuteten, wies der Einheimische ab – den Rest gab er vollumfänglich zu und entschuldigte sich mehrfach.

18 Monate Haftstrafe
Der Angeklagte, der wie er selbst sagte, täglich trank, hat schon „unzählige Verkehrsverstöße“ am Kerbholz. Darunter auch Verurteilungen wegen Fahren ohne Führerschein und Unfälle unter Alkoholeinfluss. Die einschlägige Vorstrafenbelastung floss erschwerend in das Urteil ein, während sein Geständnis, der Wille zur Schadenswiedergutmachung und die eigene Verletzung, mildernd wirkten. 18 Monate geht der Mann ins Gefängnis. Hinzu kommen diverse Zahlungen an die Versicherung und die Hinterbliebenen. Aber wie der 38-Jährige selbst sagte: „Ich weiß, kein Geld der Welt wiegt ein Menschenleben auf.“ Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter
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