27.06.2019 17:39

DNA-Test erfolgreich

Wolfsmaske-Vergewaltiger einschlägig vorbestraft

Jener 43-jährige Deutsche, der am Mittwoch in München mit einer Wolfsmaske verkleidet ein elfjähriges Mädchen vergewaltigt haben soll, ist am Donnerstag gefasst worden. Über Nacht seien zahlreiche Hinweise eingegangen, hieß es. Nach einem DNA-Test konnte der Verdächtige, der bereits mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vorbestraft ist, nun ausfindig gemacht werden.

Der Mann sei für einige Jahre in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht gewesen, sagte Oberstaatsanwältin Anne Leiding am Donnerstag. 2018 wurde er wieder in die Freiheit entlassen und habe zuletzt in einer therapeutische Wohngemeinschaft gelebt.

Sieben einschlägige Vorstrafen
Acht Einträge hat er in seiner Polizeiakte, sieben davon einschlägig. Der Vorwurf gegen ihn lautet nun unter anderem auf schweren sexuellen Missbrauch von Kindern. Landläufig werde eine Tat wie jene in Obergiesing als Vergewaltigung bezeichnet, hatte ein Polizeisprecher am Mittwoch erklärt. Juristisch handle es sich wegen des jungen Alters des Opfers um einen Fall schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern.

„Wie erklärt man das den Angehörigen?“
Angesichts der Tat, aber auch ihrer Umstände zeigten sich sowohl Oberstaatsanwältin Leiding als auch die erfahrenen Ermittler der Polizei betroffen. Ein Mann, der sich mehrfach an Kindern vergangen haben soll, dann aber aus Sicht von Ärzten und anderen Gutachtern durchaus Potenzial aufwies, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren, könnte sich jetzt erneut schuldig gemacht haben. „Wie erklärt man das den Angehörigen?“, fragte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins.

DNA-Spuren verrieten Täter
Am Donnerstag konnte der in München geborene Verdächtige dank zahlreicher Hinweise schnell ausfindig gemacht werden: „Wir haben die ganze Nacht Anrufe erhalten“, so der Polizeisprecher gegenüber der „Bild“-Zeitung. Darunter seien 60 Hinweise gewesen. Dem Bericht zufolge habe die Polizei am Tatort verwertbare Spuren gefunden und einen DNA-Test gemacht. Am Arbeitsplatz wurde der Mann dann gegen 10 Uhr festgenommen. Er versuchte noch wegzurennen - vergeblich. Am Freitag soll er einem Richter vorgeführt werden, der entscheiden soll, ob der Mann in Untersuchungshaft kommt. Die Ermittler sind sicher, dass sie den Richtigen haben.

Mädchen „schwer sexuell missbraucht“
Wie der Leiter des für Sexualdelikte zuständigen Kommissariats 15, Ignaz Raab, bei einer Pressekonferenz sagte, habe sich die Schülerin im Stadtteil Obergiesing auf dem Weg von der S-Bahn-Station Fasangarten nach Hause befunden, als sie plötzlich Schritte hinter sich hörte. Ein ihr unbekannter Mann habe sie attackiert, ihr die Schultasche heruntergerissen, sie ausgezogen und „schwer sexuell missbraucht“. Danach habe der Täter das Kind aufgefordert, mindestens fünf Minuten liegen zu bleiben, ansonsten würde er es und seine Familie töten.

Täter trug Wolfsmaske und Latexhandschuhe
Wie das Mädchen erklärte, habe der Mann während der grausamen Tat neben der Wolfsmaske auch noch Latexhandschuhe getragen.

Will sich nicht zur Tat äußern
Der 43-Jährige, der laut Staatsanwaltschaft eine Ausbildung zum technischen Zeichner absolviert hat, hat sich einen Anwalt genommen und will sich nicht zu der Tat äußern. Viele Fragen sind daher noch offen, vor allem die nach dem Motiv des Mannes. Und war die Tat geplant, oder geschah sie spontan, im Affekt? Ignaz Raab von der Münchner Polizei mutmaßt, dass Mann und Mädchen in derselben S-Bahn saßen, er dann gemeinsam mit ihr ausgestiegen ist, sie verfolgt und einen Waldweg genutzt hat, um die Elfjährige zu überfallen. Die Wolfsmaske haben die Ermittler nach eigenen Angaben bisher nicht gefunden.

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