24.06.2019 13:18 |

Weltkriegsbombe?

Dieser riesige Krater in Feld gibt Rätsel auf

War es ein Asteroideneinschlag oder doch ein Blindgänger aus der Kriegszeit? Ein lauter Knall mitten in der Nacht und ein riesiger Krater in einem Feld haben im deutschen Bundesland Hessen für Gesprächsstoff gesorgt. Selbst die herbeigerufenen Experten des Kampfmittelräumdienstes konnten den Spekulationen am Montag noch nicht endgültig ein Ende bereiten. Verletzt wurde bei der Explosion zum Glück niemand.

Der riesige Krater war am Sonntagnachmittag in einem Feld nahe Limburg-Ahlbach in Westhessen von Spaziergängern entdeckt worden. Die alarmierte Polizei überprüfte das Gelände und stellte fest, dass der Krater auf dem Feld etwa zehn Meter breit und vier Meter tief war.

Anrainer hatten in der Nacht zuvor um kurz vor 4 Uhr eine lautstarke Explosion und ein Beben wahrgenommen. Um genau 3.52 Uhr stellte auch der Erdbebendienst eine starke Erschütterung von 1,7 auf der Richterskala im Limburger Stadtteil Ahlbach fest. 

Experten vermuten Bombe mit Säurelangzeitzünder
Fraglich ist derzeit, ob der Krater, wie von der Polizei angenommen, von einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst wurde. Definitiv lässt sich das bislang noch nicht sagen. Experten des Kampfmittelräumdienstes sind freilich, unter anderem aufgrund der Form des Kraters, davon überzeugt, dass es sich um eine Bombe gehandelt hat, konkret ein Exemplar mit einem sogenannten Säurelangzeitzünder.

Aufgrund einer speziellen Zündvorrichtung bestehe bei diesen die Gefahr, dass sie auch Jahre später explodieren. Allerdings konnten die Experten laut Medienberichten bisher keine Splitter am Explosionsort finden. „Hinweise auf eine Verursachung durch Arbeitsmaschinen oder Werkzeuge ergaben sich nicht“, teilte das Polizeipräsidium Westhessen lediglich mit.

Weltraumbehörde schließt Asteroideneinschlag aus
Wenig überraschend sorgt der Krater seit seiner Entdeckung für Spekulationen, etwa über einen möglichen Einschlag aus dem Weltall. „Die Ursache für das Kraterloch war keine Weltkriegsbombe, sondern ein Meteoriteneinschlag! Bombenkrater sehen anders aus“, ist sich etwa ein Leser von hessenschau.de sicher. Doch diese Version schloss die europäische Weltraumbehörde ESA am Montagvormittag auf Anfrage aus.

„Einem Asteroideneinschlag wäre ein weithin sichtbarer Feuerball am Nachthimmel vorausgegangen, den hätten viele Menschen in einem Umkreis von mehreren Hundert Kilometern beobachtet“, sagte Rüdiger Jehn, Leiter des Planetary Defence Office bei der ESA. Außerdem sei kein geschmolzenes Material am Krater zu erkennen. „Bei einem Asteriodeneinschlag wird sehr viel Hitze freigesetzt“, so der Experte. Soweit er das von dem Foto der Polizei beurteilen könne, habe es weder große Hitze noch einen Schmelzprozess gegeben.

Der Krater wird nun genauer untersucht. Das örtliche Rote Kreuz überflog das Gelände zudem am Montagvormittag mit einer Drohne, um Übersichtsaufnahmen zu machen.

Harald Dragan
Harald Dragan
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