Erfassung in 3D

“Google-Spione” nehmen jetzt Kärnten ins Visier

Kärnten
29.03.2010 17:02
In Griechenland verboten, in Österreich umstritten: Um Europas Straßen zu digitalisieren und ins weltweite Netz zu stellen, sind Kamera-Autos des Internet-Konzerns Google jetzt auch in Kärnten unterwegs. "Ein Angriff auf den Datenschutz, ein Eingriff in die Privatsphäre!", wettern Juristen gegen die Digitalisierung.

Mit hochauflösenden Kameras ausgestattet, haben Google-Autos schon Tausende Straßenkilometer fotografiert und dann ins Internet gestellt. Das Nebenprodukt der totalen Erfassung in 3D sind Bilder von Passanten in kuriosen Posen oder in peinlichen Situationen sowie von Halbnackten, die sich in der Sonne aalen.

"Es gibt massive Proteste"
Jetzt sind die Kamera-Autos auch in Feldkirchen, Hermagor, Klagenfurt, St. Veit, Spittal, Villach, Völkermarkt und Wolfsberg unterwegs. "Es gibt massive Proteste. Probleme mit den Bildern gibt es, weil deren Veröffentlichung einen Eingriff in die Privatsphäre darstellen könnte. Auch beim Datenschutz gibt es Bedenken", weiß Albert Kreiner, Jurist der Landesregierung. 

Zu hinterfragen ist, was Google mit den Aufnahmen macht, bevor   Gesichter und Autokennzeichen unkenntlich gemacht werden. Es wird sogar befürchtet, dass Kriminelle die Aufnahmen aus dem Netz nutzen könnten, um Häuser für Einbrüche auszuspionieren, ohne vorher jemals am späteren Tatort gewesen zu sein.  

Rechtslage ist unklar
Da die Rechtslage über die Verwendung der Bilder in Österreich nicht geklärt ist, steht nicht fest, wann "Google Street View" die Aufnahmen ins Internet stellen wird. Eine "Krone"-Anfrage blieb unbeantwortet.

von Thomas Leitner ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at
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