Gedenken nach Massaker

So trauern Neuseelands härteste Jungs um die Opfer

Ausland
18.03.2019 10:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem Massaker in zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch ist das Entsetzen über die furchtbare Tat weiterhin groß. 50 Gläubige wurden beim Freitagsgebet niedergemetzelt, weil ein 28-jähriger Australier nach eigenen Angaben die „weiße Rasse vor der Gefahr Islam beschützen“ wollte. Doch der mutmaßliche Massenmörder hat die Rechnung ohne die Neuseeländer gemacht, die in ihrer Trauer näher denn je zusammenrücken. So führten Mitglieder der Black-Power-Gang den traditionellen Tanz der Maori, den Haka, im Gedenken an die allesamt muslimischen Opfer auf.

„Neuseeland ist in seiner Trauer vereint“, hatte die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern am Wochenende gesagt. Und sie hat recht: Noch am selben Tag des schrecklichen Attentats waren sich entsetzte Gangmitglieder mit muslimischen Trauernden in die Arme gefallen, um sich gegenseitig Trost zu spenden.

Allerorts führten Gruppen den traditionellen Tanz der neuseeländischen Ureinwohner, der Maori, auf - am Sonntag bei einer Zeremonie vor der Al-Noor-Moschee, wo 42 Menschen starben, auch zehn Mitglieder von Neuseelands größter Maori-Gang, der erstmals 1970 in Erscheinung getretenen Bewegung Black Power. Trauernde waren zu einer Mahnwache zusammengekommen, als die Gruppe das emotionale Zeichen setzte.

Gangsprecher: „Wir leben zusammen in dieser Gemeinschaft“
Ein Sprecher der Gruppe sagte, dass niemand ausdrücken könne, wie verletzt die Menschen seien, auch Mitglieder der Gruppe. „Auch wenn die Leute uns Gang oder was weiß ich was nennen, wir leben zusammen in dieser Gemeinschaft, und es hat uns näher zusammengerückt.“ Es sei egal, was man anhabe oder welche Hautfarbe man habe oder wofür man stehe, woran man glaube - das Massaker habe „wie bei Erdbeben jeden näher zum anderen gebracht“.

Tanz als „Zeichen des Respekts“ und um den Menschen Kraft zu geben
Die Menschen müssten sich gewahr werden, dass es diese Art von Extremismus, für die Brenton Tarrant steht, schon seit Jahrzehnten gebe. „Diese Leute, die sich verstecken mit ihren Ansichten, die gehen irgendwann in die Luft - und etwas wie das ist dann das Ergebnis“, so der Sprecher. Ein Mitglied der Black Power sagte außerdem: „Es ist heute traurig und es wird morgen traurig sein, und so können wir gemeinsam da durch.“ Der Tanz sei ein Zeichen des Respekts gegenüber jenen, die leiden, und um ihnen Kraft zu geben.

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