10.02.2019 18:37 |

„Illegale Unterkünfte“

Paris gegen Airbnb vor Gericht: Rekordstrafe droht

„Illegale Touristenunterkünfte, die die Mietpreise erhöhen und die Bewohner belästigen: Es reicht!“ Mit diesen Worten begründet die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo ihren juristischen Feldzug gegen den US-Unterkunftsvermittler Airbnb. Hidalgo zieht nun vor Gericht und fordert eine „Rekordstrafe“ von 12,5 Millionen Euro.

Hidalgo sagte der Zeitung „Le Journal Du Dimanche“: „Ich habe nichts gegen Pariser, die ihre Unterkünfte ein paar Tage im Jahr vermieten, um über die Runden zu kommen.“ Das Problem seien Besitzer, die das ganze Jahr über Wohnungen an Touristen vermieten, ohne sie anzumelden. Plattformen wie Airbnb würden sich zu „Komplizen“ machen.

Unter Verweis auf die Wohnungsknappheit in Paris bemüht sich das Rathaus schon länger, die Vermietung über Online-Plattformen stärker zu regulieren. Bereits im April 2018 war Paris gegen Airbnb und die Plattform Wimdu rechtlich vorgegangen und hatte sie per Eilverfahren dazu aufgefordert, Anzeigen ohne Registrierungsnummer nicht mehr zu veröffentlichen.

Plattform-Betreiber weisen Vorwürfe zurück
Airbnb weist die Vorwürfe zurück. Privatleute, die in der französischen Hauptstadt gelegentlich Zimmer oder Wohnungen über Plattformen wie Airbnb vermieten, brauchen eine Registrierungsnummer von der Stadtverwaltung. Die maximale Vermietungsdauer beträgt 120 Tage. Hidalgo wirft dem Unternehmen nun vor, 1000 nicht registrierte Wohnungen auf seiner Seite anzubieten - auf jedes nicht legale Angebot entfalle eine Strafe von 12.500 Euro.

Airbnb hat nach eigenen Angaben die Vermieter in Paris weitgehend über die aktuellen Vorschriften informiert. „Dennoch behaupten wir, dass die in Paris erlassenen Vorschriften, von denen jeder fünfte Pariser betroffen ist, ineffektiv und unverhältnismäßig sind und gegen die europäischen Vorschriften verstoßen“, hieß es in einer Stellungnahme.

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