Der RH zweifelt deutlich an der geplanten U2-Verlängerung vom Karlsplatz über den Rennweg, das Entwicklungsgebiet St. Marx in das Areal südlich des Hauptbahnhofes. Die Variante, die mit einem Unterfahren von Botschaftsarealen verbunden wäre, sei zumindest zeitaufwendiger in der Planungs- und Baudurchführung, "falls sich die Trassenführung nicht technisch überhaupt als undurchführbar erweisen sollte. Die auf 669 Millionen Euro geschätzten Gesamt-Baukosten werden daher nach Ansicht des RH voraussichtlich weiter ansteigen." Auch sei bei der Trasse die "Erschließungswirkung" zu gering, es könnten schlicht zu wenige Passagiere vorhanden sein.
"Verständnis" für U2-Anbindung an Hauptbahnhof
Die Anbindung des Hauptbahnhofs an die U2 träfe beim RH hingegen durchaus auf Verständnis. "Nach Ansicht des RH [wäre] auch die benutzerfreundliche Anbindung der U2-Verlängerung an den künftigen Hauptbahnhof unter der Vorgabe, vorhandene Linien des öffentlichen Verkehrs und wichtige Umsteigekontenpunkte zweckmäßig zu vernetzen, zu verstehen gewesen." Alternativen wären nach Ansicht des Rechnungshofs die Schaffung einer Linie U5 zwischen Hernals und der Gudrunstraße sowie die Führung der U2 Richtung Inzersdorf. Die Schlussfolgerung des Rechnungshofs: "Der RH empfahl, den Ausbau des U-Bahn-Netzes im Sinne eines Gesamtkonzeptes […] nochmals zu überdenken."
Gehzeiten von Bahnhof zur U1 "vergleichsweise hoch"
Auch die bisherige Konzeption der Anbindung des Hauptbahnhofs an die U1 mit der Station Südtiroler Platz wird kritisch hinterfragt. Zwar sei das Heranrücken des Bahnhofes an die U1-Station gut, "dennoch bewertete der RH die verbleibenden Gehzeiten von rund sechseinhalb Minuten als vergleichsweise hoch", heißt es. Auch hätten die Kosten der dafür vorgesehenen Passage nach einer Machbarkeitsstudie der MA 18 aus dem Jahr 2004 noch 35,5 Millionen Euro betragen, "doch gab der RH zu bedenken, dass deren Kosten mit Stand 2009 bereits auf 95,27 Millionen Euro geschätzt wurden."
Standseilbahn bekommt Fett weg
Ebenso bekommt die geplante Standseilbahn (APM) vom RH ihr Fett weg: So weise diese hohe Errichtungs- und Betriebskosten auf und im Gegenzug einen geringen Kostendeckungsgrad. Allerdings hätten sich die ÖBB gegenüber der Erste Bank, die am Areal ihre Zentrale errichten wird, verpflichtet. "Ohne die vertragliche Verpflichtung, entweder die S-Bahn-Station Südbahnhof zu ertüchtigen oder ein leistungsfähiges alternatives öffentliches Verkehrsmittel zu schaffen, rät der RH von der Errichtung eines APM ab." Schließlich könne es angesichts des zu überwindenden Höhen-Unterschieds von 21 Metern auch zu Staus und Wartezeiten kommen.
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