Feiern in Pristina
Kosovo begeht seinen zweiten Unabhängigkeitstag
Das jüngste Land Europas wurde bisher von 65 Staaten anerkannt. Präsident Fatmir Sejdiu forderte am Vorabend des Nationalfeiertages auch Serbien auf, sein Land anzuerkennen. Pristina unterhalte ausgezeichnete Beziehungen zu den anderen Nachbarn Albanien, Mazedonien und Montenegro, stellte Sejdiu fest.
Belgrad winkte umgehend ab. Serbien habe keine Absicht, den Kosovo je anzuerkennen. Dies würde weder die derzeitige noch die künftige Staatsführung tun, versicherte der Staatssekretär im serbischen Kosovo-Ministerium, Oliver Ivanovic, unter dem Hinweis auf die Verfassung Serbiens. In deren Präambel wird der Kosovo als ein Bestandteil Serbiens behandelt. Die Verfassung werde nicht abgeändert werden, versicherte der aus dem Kosovo stammende Ivanovic. Bei dem Unabhängigkeitsvotum vor zwei Jahren waren die elf Vertreter der serbischen Volksgruppe der Parlamentssitzung ferngeblieben.
Serbien will über Kosovo-Status weiterhin verhandeln
"Wir werden in der bevorstehenden Zeit alles unternehmen, um den Verhandlungsprozess über den Kosovo-Status wieder aufzunehmen", meinte der serbische Außenminister Vuk Jeremic gegenüber der Tageszeitung "Danas" am Mittwoch.
Vizepremier Hajredin Kuci erklärte in Pristina, er sei überzeugt, dass der Kosovo seine Übergangsphase hinter sich habe und sich nun in einer Konsolidierungsphase als ein freier und demokratischer Staat befinde. Eine der kommenden Prioritäten sei die Durchsetzung der Rechtsstaatlichkeit auf dem gesamten Landesgebiet, erklärte Premier Hashim Thaci anlässlich des Nationalfeiertages.
Grünen-Abgeordnete fordert klare Worte der EU
Ebenfalls am Mittwoch forderte die Grünen-Europaabgeordnete Ulrike Lunacek von der EU-Außenministerin Catherine Ashton "klare Worte" während ihrer bevorstehenden Balkan-Reise. Belgrad müsse sich an die Realität des unabhängigen Kosovo gewöhnen und seine wirtschaftliche Blockadepolitik im Bereich des mitteleuropäischen Freihandelsabkommens CEFTA aufgeben, betonte Lunacek. "Ashton muss in Belgrad außerdem klarstellen, dass ein Beitritt Serbiens zur EU ohne Anerkennung des Kosovo nicht möglich sein wird," so Lunacek.
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