Mo, 24. Juni 2019
31.01.2019 09:34

Debatte um Karfreitag

AK gegen Tausch: „Ostermontag ist mehr wert“

Die Arbeiterkammer lehnt in der Karfreitags-Debatte einen Tausch gegen einen anderen Feiertag ab. „Der Ostermontag und der Pfingstmontag sind mehr wert“, sagt AK-Sozialexperte Christoph Klein mit Verweis auf den nach wie vor weitverbreiteten Freitag-Frühschluss. Die Wirtschaftskammer hofft nach wie vor auf diese Variante und meint, dass der Abtausch Montag gegen Freitag wenig Unterschied mache. Laut einer von der AK in Auftrag gegebenen Umfrage sehen das allerdings 81 Prozent der Arbeitnehmer anders.

Laut der Umfrage unter 500 unselbstständigen Erwerbstätigen von 25. bis 29. Jänner sprechen sich 81 Prozent für den Karfreitag als zusätzlichen Feiertag aus. Zu einem Abtausch von Feiertagen gibt es hingegen ein klares Nein. Demnach sprechen sich 79 Prozent gegen die Variante aus, den Oster- oder den Pfingstmontag als Feiertag für einen freien Karfreitag abzuschaffen. 72 Prozent glauben, dass es durch einen zusätzlichen Feiertag zu keiner starken Belastung der Wirtschaft kommen würde.

Die AK sieht sich durch das Ergebnis in ihren Forderungen bestätigt. „Österreichs Arbeitnehmer leisten viel, ihre Arbeit verdient Respekt“, so Präsidentin Renate Anderl am Donnerstag in einer Aussendung. „Grundsätzlich wollen wir den freien Karfreitag für alle. Als Alternative könnten wir uns auch einen zusätzlichen Urlaubstag für alle vorstellen.“

AK legt Formular für Arbeitnehmer auf
Einig sind sich die Sozialexperten der beiden Interessensvertretungen nur in einer Frage: Ohne Gesetzesänderung hätten alle Arbeitnehmer am nächsten Karfreitag - also am 19. April - Anspruch auf einen Feiertag. Nachdem der Europäische Gerichtshof den Karfreitag als exklusiv protestantischen Feiertag gekippt hat, hat die Arbeiterkammer daher ein Musterschreiben aufgelegt, mit dem Mitarbeiter ankündigen können, den zusätzlichen freien Tag nutzen zu wollen.

Ohne Gesetz steht Arbeitnehmern freier Tag zu
Wirtschaftskammer-Experte Rolf Gleißner hofft dagegen, dass die Rechtslage vorher angepasst und ein zusätzlicher Feiertag vermieden wird. „Wenn das nicht passiert, dann gilt das Arbeitsruhegesetz mit der Maßgabe, die der EuGH gegeben hat: dass Unternehmen das Risiko tragen und Arbeitnehmern, die das wollen, diesen Feiertag gewähren müssen“, so Gleißner. Er plädiert für einen Feiertagstausch: Demnach sollte der Karfreitag für alle Arbeitnehmer frei sein, dafür aber an einem anderen Feiertag gearbeitet werden. Die Wirtschaftskammer hätte dabei eine Präferenz in Richtung Ostermontag, wobei auch der Pfingstmontag oder der Stephanitag infrage kämen.

Das Argument der Arbeiterkammer, wonach der Abtausch für Arbeitnehmer wenig attraktiv wäre, weil am Freitag häufig ohnehin kürzer gearbeitet wird, weist Gleißner zurück. Zwar werde vereinzelt am Freitag nur sechs Stunden gearbeitet, aber insgesamt gebe es keinen großen Unterschied. „Für den Großteil spielt das keine Rolle.“

AK pocht auf Frühschluss am Freitag
Klein hält einen solchen Tausch dagegen für „schwer möglich“, eben weil viele Arbeitnehmer am Freitag Frühschluss hätten und ein Montag daher mehr wert sei. Er pocht daher darauf, den Karfreitag als Feiertag für alle Arbeitnehmer zu belassen. Außerdem kritisiert er, dass es bisher keine offiziellen Gespräche der Regierung mit der Arbeiterkammer über das Thema gegeben habe.

Auch vom ÖGB heißt es, dass man sich mit dem Büro von Kultusminister Gernot Blümel (ÖVP) nur informell über die rechtlichen Möglichkeiten ausgetauscht habe, aber: „Verhandlungen mit dem Ziel, eine gemeinsame Lösung zu finden, waren seitens des Kabinetts nicht gewünscht.“ Ob es zur Feiertagsregelung noch Sozialpartnergespräche auf politischer Ebene geben wird, wollte man in Blümels Büro nicht sagen: „Es finden laufend Gespräche mit allen Beteiligten statt.“

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