"Bald Exekution"

Verurteilter Anwalt streifte Geld ein – Opfer verzweifelt

Kärnten
14.02.2010 15:43
"Wir wollten neu bauen", berichtet eine Feldkirchnerin, "deshalb haben wir unser altes Haus verkauft." Und damit begann die Misere: Denn das Geld dafür hat der Anwalt – der zu drei Jahren teilbedingt verurteilt wurde – teilweise eingestreift. Und weder Bank noch Versicherung fühlen sich nun zuständig.

Aus der Warte der Klienten wurde eine Treuhandvereinbarung abgeschlossen, nach der der Schaden auch gedeckt wäre. Es gibt sogar ein entsprechendes Schreiben – allerdings nur in Kopie. Die betroffene Hypofiliale weiß von nichts; der Ex-Anwalt erinnert sich schlecht und vorerst einmal bleibt die Häuslbauerin auf dem Minus von etwa 30.000 Euro sitzen. "Jetzt fehlt am Neubau das Dach und wenn wir nicht bald ausstehende Rechnungen zahlen, gibt’s eine Exekution", ist das Betrugsopfer verzweifelt.

Der Anwaltskammer ist die Causa peinlich. Aber es hilft nichts: "Versichert ist das Geld nur, wenn eine statutengemäße Treuhandvereinbarung abgeschlossen wurde", so Präsident Gernot Murko. Man bemühe sich aber um eine Lösung.

von Kerstin Wassermann, Kronen Zeitung

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