"Brutaler Wahnsinn"

So will Morgenstern bei Olympia 2010 triumphieren

Kärnten
11.02.2010 12:30
Es war eine Sternstunde des österreichischen Sports: Am 18. Februar 2006 segelte Thomas Morgenstern in Pragelato auf 140 Meter hinunter und kürte sich zum bisher jüngsten österreichischen Olympiasieger überhaupt. Vier Jahre später will es der mittlerweile 23-jährige Kärntner wieder wissen - und genießen. Mit dabei ist auch sein - neu lackierter - Siegeshelm von damals.

"Endlich ist es soweit. Man denkt doch sehr lang an das Ereignis und an diese zwei Wochen", meinte Morgenstern am Mittwoch nach dem ersten Training auf der Normalschanze im Gespräch. "Ich habe mich super vorbereiten können, fühle mich sehr gut und kann eigentlich nicht wirklich mehr machen. Ich freue mich jetzt auf den Normalschanzen-Wettkampf."

Ein Morgenstern auch am Helm
Im ersten Training war er schon bei den Besten dabei. Aufgefallen ist der Doppel-Olympiasieger aber nicht nur durch die Leistung, sondern auch durch seinen blauen Helm: An den Seiten mit weißen "Flügeln", in der Mitte ein roter Stern, der von seinem Namen umrahmt ist. "Das ist der Morgenstern", meint er lachend. "Der Helm ist mein einziges Teil, das ich von 2006 mitgenommen habe. Mir gefällt er total gut." Eine Art Maskottchen? "Ein Ansporn auf jeden Fall."

"Morgi" und sein "brutaler Wahnsinn"
Morgenstern genießt die Olympia-Atmosphäre. "Es sind überall die Ringe, auf der Startnummer sind keine Sponsoren oder auch am Anzug. Das macht es, glaube ich, aus. Ich finde es auch cool, dass es die Spiele nur alle vier Jahre gibt, weil dann bleibt es etwas Besonderes, auf das man hinarbeitet." Darum zählt für ihn eine Olympiamedaille auch mehr als eine bei Weltmeisterschaften. "Für mich ist Olympia das Größte. Was ich 2006 erreicht habe, ist natürlich brutaler Wahnsinn."

Was ist 2010 möglich? "Ich sehe das jetzt als Chance, noch einmal in so einer guten Form zu sein wie damals. Die Möglichkeit zu haben, ganz vorne reinzuspringen. Aber selbst wenn es nicht läuft, werde ich auf ewig Doppel-Olympiasieger bleiben. Deswegen genieße ich diese zwei Wochen."

Wie sehr er sich seit dem großen Triumph verändert hat, kann er nur schwer sagen. "Ich bin auf jeden Fall vier Jahre älter und sicherlich reifer geworden. Ich habe mehr Erfahrung gesammelt, viel gelernt und bin jetzt sicher noch konsequenter unterwegs. Ich bin aber sonst ganz normal am Boden geblieben, bin bodenständig", beschreibt er sich durchaus treffend selbst.

"Würde es gerne noch einmal erleben"
Die Erinnerung an jenen Moment, als er 2006 das oberste Treppchen erklommen hat, ist natürlich noch taufrisch. "Das war ein wahnsinnig schönes Gefühl. Ich würde es gerne noch einmal erleben", sagt er und lacht sein ansteckendes Lachen.

Nicht immer war ihm in den vergangenen Jahren zum Grinsen zumute. Schwer zu schlucken war wohl der Aufstieg des Gregor Schlierenzauer, der viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. "Natürlich ist es nicht einfach", gesteht Morgenstern. "Ich habe damals trotzdem super weitergearbeitet, habe dann den Gesamt-Weltcup noch gewonnen und eine Einzelmedaille in Sapporo gemacht."

"Von vielen ein bisserl hängen gelassen"
Im vergangenen Jahr lief es für ihn nicht nach Wunsch, unvergessen ist das WM-"Drama" auf der Normalschanze, als Morgenstern eine Einzelmedaille fast schon in Händen hielt, aber im zweiten Durchgang im Auslauf stürzte. Doch aus Niederlagen kann man auch lernen, menschlich stärker werden. "Ich kenne jetzt diese Seite auch, wenn man von vielen vielleicht ein bisserl hängen gelassen wird. Es gibt eh 'lei' eines und das heißt: zurückarbeiten und das habe ich geschafft. Jetzt möchte ich die Olympischen Spiele genießen." Und vielleicht zu neuen Olympiasiegen fliegen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Kärnten
11.02.2010 12:30
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung