15.01.2019 11:38 |

15 Monate Haft

19-jähriger Vater misshandelte sein Baby

Warum? Diese Frage beschäftigt wohl jeden, der von dem Drama hört. Die kleine Maria* wurde im Alter von nur drei Monaten vom eigenen Vater so heftig geschüttelt und dabei so schwer verletzt, dass Spätfolgen nicht auszuschließen sind. Warum macht das ein Mensch? „Weil ich überfordert war“, sagt der Angeklagte.

Maria schlief bei Mama und Papa im Bett. Als die junge Mutter ein Bad nehmen wollte, sollte der 19-Jährige auf die Kleine aufpassen. „Plötzlich fing sie zu weinen und zu schreien an“, erzählt der Kärntner. „Ich wollte nur, dass das aufhört.“ Also packte er das zarte Baby und schüttelte es heftig. „Haben Sie noch nie etwas von Schütteltrauma gehört?“, hakt Staatsanwältin Doris Kügler nach.

„Nein“, behauptet der Angeklagte. „Mir war erst klar, dass ich etwas Falsches mache, als sie noch heftiger zu brüllen anfing und ganz weiß wurde.“ Die Mutter alarmierte die Rettung; der Vater folgte zwar ins Krankenhaus, das schlechte Gewissen hielt sich allerdings in Grenzen - nur Stunden nach der Tat, bei der seine Tochter schwere Hirnverletzungen erlitt, hatte er ein Date mit einer neuen Freundin.

„Ich war überfordert“, sagt er. „Und zu jung.“ Büßen muss es Maria - denn es ist nicht auszuschließen, dass die Attacke durch den Vater Spätfolgen nach sich ziehen könnte. „Derzeit entwickelt sie sich aber gut“, ist die Mutter - vom Jungpapa getrennt und wieder schwanger - erleichtert.

Das Urteil ist der Jugend des Angeklagten geschuldet: 15 Monate Haft, fünf davon unbedingt. Richter Michael Schofnegger verordnet auch ein Anti-Gewalttraining.

*Name geändert

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann

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