13.01.2019 10:32 |

Drama in Lech

Lawine auf gesperrter Route: Drei Skifahrer tot

Lawinendrama abseits der gesicherten Pisten in Lech am Arlberg: Drei Skifahrer aus Deutschland sind tot, ein vierter wird noch vermisst. Die vier Freunde wurden in der Nähe der Rüfikopf-Seilbahn von den Schneemassen erfasst und verschüttet. Drei von ihnen konnten lokalisiert und geborgen werden. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Die Suche nach dem Vermissten musste am Sonntag wegen starker Schneefälle und hoher Lawinengefahr vorerst eingestellt werden. Die Betroffenheit im Ort ist groß.

Die vier befreundeten Tagesgäste aus Oberschwaben waren am Samstag abseits der gesicherten Pisten im freien Skiraum unterwegs. Sie dürften in die gesperrte Skiroute „Langer Zug“ eingefahren sein, wie die Polizei am Sonntagvormittag mitteilte. Weil sie am Abend nicht zurückgekehrt waren, meldete die Ehefrau einer der Männer die Gruppe kurz vor 20 Uhr als vermisst. Mittels Handyortung wurden die Männer nördlich der Rüfikopf-Seilbahn lokalisiert.

Suche wegen Lawinengefahr eingestellt
Die Bergretter stiegen auf und fanden die Leichen der drei Männer im Alter von 32, 36 und 57 Jahren kurz vor Mitternacht. Der noch vermisste Skifahrer ist 28 Jahre alt und ebenfalls aus Süddeutschland. Die Suche nach ihm musste wegen des starken Schneefalls und der großen Lawinengefahr aber vorerst eingestellt werden.

„Sucheinsatz war sehr gefährlich und belastend für die Einsatzkräfte“
Die geborgenen Wintersportler hatten die gesamte Notfallausrüstung dabei und waren trotz ausgelösten Airbags verschüttet worden. Alle drei erlitten Mehrfachverletzungen und wiesen Erstickungsmerkmale auf, berichtete die Polizei. Der Sucheinsatz war laut dem Lecher Bürgermeister Ludwig Muxel „sehr gefährlich und sehr belastend“. Im Einsatz standen die Bergrettung Lech, die Feuerwehr Lech, Mitarbeiter der Skilifte und Alpinpolizisten. 

Lechs Bürgermeister: Ort tief betroffen
Muxel sagte weiter, der Schock nach der Tragödie sei groß in Lech. Derzeit könne wegen der starken Schneefälle die Suche nach dem vierten Skifahrer nicht fortgesetzt werden. „Das ist für die Einsatzkräfte aktuell einfach viel zu gefährlich.“ Damit die Suche nach dem Vermissten fortgesetzt werden könne, müssten sich die Verhältnisse „deutlich“ bessern - doch dies sei vorerst nicht absehbar. Der Ortschef appellierte an alle Wintersportler, auf den gesicherten Pisten zu bleiben: „Derzeit ist die Lawinengefahr abseits einfach zu groß.“

Laut den Prognosen des Vorarlberger Lawinenwarndienstes sorgen Neuschnee, Regen und Wind am Sonntag abermals für einen deutlichen Anstieg der Lawinengefahr im Tagesverlauf. Zudem werde mit dem aufkommenden Sturm umfangreich Schnee verfrachtet und Triebschnee gebildet. Ein Ende der massiven Schneefälle ist erst für Dienstag angekündigt.

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