01.01.2019 12:23 |

„Neuer Weg“

Kim droht Trump mit Ende der Annäherungspolitik

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat im Atomstreit mit den USA einen „neuen Weg“ angedroht, sollte die Regierung in Washington einseitige Maßnahmen von seinem Land verlangen. Er sei jederzeit bereit, sich mit US-Präsident Donald Trump zu treffen, erklärte Kim am Dienstag in einer Neujahrsansprache. Allerdings werde Nordkorea „keine andere Wahl haben, als einen neuen Weg zum Schutz unserer Souveränität auszuloten“, sollten die USA versuchen, seinem Land etwas aufzuzwingen oder es unter Druck zu setzen.

Was genau mit einem „neuen Weg“ gemeint sein könnte, ist unklar. Um den zuletzt ins Stocken geratenen diplomatischen Prozess zu beschleunigen, forderte Kim die USA zu Zugeständnissen auf, ohne jedoch Details zu nennen. Das US-Außenministerium reagierte zunächst nicht auf die Ansprache.

Verzicht auf Bau von Atomwaffen signalisiert
Erstmals signalisierte Kim ein Atomwaffen-Moratorium. Der Abbau einer Atomwaffen-Testanlage und einer Raketentriebwerks-Fabrik stünden in Einklang mit der Entschlossenheit, Atomwaffen „nicht länger zu machen, einzusetzen oder zu verbreiten“, sagte Kim. Zwar hat Nordkorea im vergangenen Jahr keine Atomwaffen getestet, auf Satellitenbildern waren jedoch Aktivitäten in den Atomanlagen zu erkennen.

Nordkorea fordert Ende der US-Sanktionen
Die Regierung in Washington hat nach dem Gipfeltreffen von Kim und Trump mehrere größere gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea eingestellt, hält jedoch an kleineren Übungen fest. Kim rief nun die Regierung in Seoul auf, gänzlich auf gemeinsame Übungen mit den USA zu verzichten, wenn dabei strategische Systeme genutzt würden.

Bei dem Gipfel hatten sich Trump und Kim auf eine Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel als gemeinsames Ziel verständigt. Die Verhandlungen stocken. Die Regierung in Pjöngjang fordert als Gegenleistung für eine Denuklearisierung ein Ende der US-Sanktionen und ein Friedensabkommen, das den Koreakrieg offiziell beendet. Die Kämpfe dauerten von 1950 bis 1953 und wurden durch einen Waffenstillstand beendet.

Experten sagten nach der Ansprache, es sehe so aus, als ob Kim mit den USA und Südkorea in Kontakt bleiben wolle - aber zu seinen Bedingungen. „Nordkorea scheint entschlossen zu sein, 2019 irgendeine Form der Sanktionserleichterung zu erhalten“, sagte Harry Kazianis vom in den USA ansässigen Zentrum für das Nationale Interesse. „Die Herausforderung wird sein, ob Trumps Team von seiner Haltung abkehrt, dass es keine Erleichterungen geben wird.“

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