Bomben vor Hotels

Mindestens 38 Tote bei Anschlagsserie in Bagdad

Ausland
25.01.2010 16:47
Bei Anschlägen auf drei Hotels im Zentrum von Bagdad sind am Montag mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 70 verletzt worden. Die Opferzahlen könnten weiter steigen, hieß es. Nach Angaben des irakischen Fernsehens handelt es sich bei den Anschlagsorten um die Hotels Sheraton, Babylon sowie Al-Hamra, die bei ausländischen Journalisten und Geschäftsleuten beliebt sind.

Über den Gebäuden waren nach Augenzeugenberichten große Rauchwolken zu sehen. Die erste Detonation ereignete sich um 15.40 Uhr Ortszeit (13.40 Uhr MEZ) auf dem Parkplatz des Sheraton-Hotels auf der Abu-Nawas-Straße. Dabei stürzten hohe Betonmauern ein, die das Hotel schützen sollten. Außerdem wurde eine Reihe von Gebäuden entlang der Promenade am Ufer des Tigris beschädigt.

Die beiden weiteren Explosionen betrafen die Umgebung des Babylon-und des Al-Hamra-Hotels. Die drei Hotels sind bei westlichen Journalisten und Geschäftsleuten beliebt. Das Viertel liegt gegenüber dem stark gesicherten Regierungsviertel, der Grünen Zone.

Anschlagsserie war lange erwartet worden
In Bagdad herrschte bereits seit Wochen Furcht vor einer neuen Anschlagsserie. Erst vor zwei Wochen hatten Sicherheitskräfte mehrere hundert Kilogramm Sprengstoff beschlagnahmt und 25 Personen festgenommen.

Die irakische Hauptstadt war im vergangenen Jahr wiederholt Schauplatz verheerender Terroranschläge worden. So starben am 8. Dezember rund 120 Menschen, als Terroristen fünf große Bomben neben öffentlichen Gebäuden zündeten. Im August waren durch eine Bombenserie im Regierungsviertel von Bagdad rund 100 Menschen ums Leben gekommen. Im Oktober starben 153 Iraker, als kurz hintereinander neben dem Justizministerium und dem Gebäude des Provinzrates Bomben explodierten.

Clinton sieht offenbar Al Kaida am Werk
US-Außenministerin Hillary Clinton geht bei der jüngsten Anschlagsserie offenbar eher vom Terrornetzwerk Al Kaida als mögliche Urheber denn von Anhängern des Ex-Diktators Saddam Hussein aus. Clinton sagte in Washington, nach ihrer Einschätzung würden Terroristen wie insbesondere die Al Kaida weiter "versuchen, den Einsatz des irakischen Volkes für eine demokratische Zukunft zum Scheitern zu bringen".

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