Da die ÖVP die am Freitag ausgelaufene Frist verstreichen ließ, innerhalb derer eine Anhebung der Zehn-Prozent-Grenze vor Beginn der Schuleinschreibung im Februar möglich gewesen wäre, sei man nun "zu einem Vorgehen auf Basis der bestehenden Gesetze gezwungen", so Schmied.
Das Ministerium könne daher nur rund 60 zusätzliche Standorte für das kommende Schuljahr 20010/11 genehmigen, insgesamt werden dann über 300 Standorte in ganz Österreich die NMS anbieten. Die genaue Festlegung aller genehmigten Standorte soll am Montag durch die zuständige Approbationskommission erfolgen.
In Oberösterreich, Tirol und Kärnten müssen Schulen abgelehnt werden. "Es ist bedauerlich, dass viele Schulen mit hoch motivierten Schülern, Eltern und Lehrern durch die derzeit bestehende gesetzliche Grenze noch nicht Neue Mittelschulen werden können", so Schmied. Bei positiver Entwicklung sei mittelfristiges Ziel "die Einführung der gemeinsamen Schule für alle 10- bis 14-Jährigen".
ÖVP wehrt sich gegen Buhmann-Rolle
Die ÖVP will sich derweil nicht als Buhmann darstellen lassen. Schmied "soll einmal die Zehn-Prozent-Grenze ausschöpfen" statt eine Anhebung der Obergrenze für Schulversuche zu fordern, so ein Sprecher von Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP). Kritik übte er auch am Stil der SPÖ: "Dem Koalitionspartner in dieser so wichtigen Frage ein Ultimatum zu setzen, ist sicher nicht zielführend."
Spindeleggers Sprecher betonte die Gesprächsbereitschaft der ÖVP, immerhin habe der Minister ein Treffen der Ministerin mit VP-Bildungssprecher Werner Amon vorgeschlagen und angeregt, in Einzelfällen nach "pragmatischen Lösungen" zu suchen. Wie solche Einzelfall-Lösungen innerhalb der bestehenden Zehn-Prozent-Grenze aussehen könnten, müsse sich die Ministerin selbst überlegen.
Im Büro Schmieds werden die VP-Vorwürfe abgetan: Die Zehn-Prozent-Grenze sei bereits erreicht, so ein Sprecher der Ministerin. Man müsse bedenken, dass die Klausel für den Endausbau des Schulversuchs mit vier Klassenzügen gelte. Um diese rund 3.500 NMS-Klassen mit dem Schuljahr 2013/14 nicht zu überschreiten, müsse Schmied rund 80 Standorte ablehnen.
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