Auf offener Straße

Iran: Erneut mysteriöser Mordanschlag

Ausland
19.01.2010 07:47
Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ist im Iran eine bedeutende, der Staatsführung nahestehende Person auf offener Straße ermordet worden. Im Nordwesten des Landes wurde laut Medienberichten der Staatsanwalt der Stadt Chor vor seinem Haus umgebracht. Erst kürzlich war ein Atomwissenschaftler mit einem ferngezündeten Sprengsatz getötet worden.

Eine Spezialeinheit sei gebildet worden, um die Täter des Attentats auf den Staatanwalt zu finden, berichtete die Nachrichtenagentur IRNA. Im Nordwesten des Irans leben große Minderheiten von Kurden und Azeri. In dem Grenzgebiet zur Türkei und dem Irak kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und bewaffneten Rebellen.

In der vergangenen Woche hatte eine andere Gewalttat die Spannungen zwischen der Islamischen Republik und dem Westen geschürt. Die Regierung in Teheran beschuldigte die USA und Israel, hinter der Ermordung eines iranischen Atomwissenschaftlers zu stecken. Die USA haben die Vorwürfe zurückgewiesen. 

Der Iran erlebt derzeit eine der schwersten innenpolitischen Krisen seit der Revolution von 1979. Ursache sind gewaltsame Proteste der Opposition, die von Fälschungen bei der Präsidentenwahl im Juni spricht.

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