Mo, 19. November 2018

„Wird nicht leichter“

09.11.2018 10:40

Soldat überlebte bereits zwei blutige Massaker

Das Blutbad in einer Country Bar in Kalifornien am Mittwochabend, bei dem ein Ex-Marine ein Dutzend Menschen erschoss, dürfte bei einem Nachtschwärmer vertraute, wenn auch grauenhafte Erinnerungen hervorgerufen haben: Für Brendan Kelly war es bereits das zweite Massaker, das er überlebte. Der 22-jährige überstand auch den blutigen Massenmord bei einem Musikfestival in Las Vegas, bei dem 58 Menschen starben. Nach dem jüngsten Amoklauf meinte Kelly: „Beim zweiten Mal ist es kein bisschen leichter.“

Brendan Kelly ist ein Soldat bei den Marines - wie es der Todesschütze früher auch war. Die militärische Ausbildung kam ihm am Mittwoch zugute, als Ian David Long das Feuer auf die Besucher des Lokals „Borderline Bar & Grill“ eröffnete. Der junge Mann reagierte sofort, als er die ersten Schüsse hörte. „Ein Schaudern läuft dir da die Wirbelsäule herunter. Du glaubst nicht, dass es echt ist - schon wieder“, schilderte Kelly die dramatische Situation.

Nach Bluttat half Kelly Verletzten
Er warf zwei Freunde zu Boden und warf sich schützend auf sie. Als er den Amokläufer sah, wusste er, dass sie schnell fliehen müssen, um lebend herauszukommen. Kelly zog auch eine Frau über den Notausgang nach draußen. Nach gelungener Flucht verwendete er sein T-Shirt und seinen Gürtel, um den blutenden Arm eines Freundes abzuschnüren. Gemeinsam mit einem Marine-Kollegen versorgte er mit den Rettungskräften schließlich noch weitere Verletzte vor Ort. Zwei seiner Freunde starben in der Country Bar.

Es ist nicht das erste Mal, dass der junge Soldat ein solches Martyrium durchstehen musste: Im vergangenen Jahr war er auf einem Festival in Las Vegas, bei dem ein Angreifer von einem Hotelfenster im 32. Stock auf die Besucher schoss. 58 Menschen verloren ihr Leben, mehr als 500 wurden verletzt. Ein Tattoo auf seinem Arm erinnert ihn an diese schreckliche Nacht.

Bereits das Massaker in Las Vegas habe Kelly enorm mitgenommen: Seit diesem Seit diesem Vorfall nehme der 22-Jährige sein Umfeld genau unter die Lupe, analysiere alle Menschen, die ihm über den Weg laufen, und fragt sich, ob etwas passieren könne. „Ich sitze nie in einem Zimmer mit dem Rücken zur Tür“, sagt er.

Unter den Todesopfern ist auch die Studentin Alaina Housley. Sie ist die Nichte der Schauspielerin Tamera Mowry-Housley, die als Teenager eine Rolle in der Serie „Full House“ übernommen hatte. „Unsere Herzen sind gebrochen“, so Mowry-Housley, nachdem sie die tragische Nachricht über den Tod ihrer Verwandten erreicht hatte.

Miriam Krammer
Miriam Krammer

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Entspannt urlauben
Mit NOVASOL zum perfekten Ferienhaus!
Reisen & Urlaub
Ex-Star angeklagt
England-Legende Gascoigne: Frau im Zug begrapscht
Fußball International
Dauerläufer, Topscorer
ÖFB-Bilanz: Arnautovic war Fodas Musterschüler
Fußball International
Belgien gedemütigt
„Weltklasse! Wahnsinn!“ Schweiz feiert 5:2-Gala
Fußball International
Milliardär zu Besuch
Kurz und Soros sprachen über Migration und CEU
Österreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.