04.11.2018 12:37 |

Unwetter wüten weiter

Monsterwelle durchbricht Fenster eines Restaurants

Bei dieser Monsterwelle hatten die Mitarbeiter dieses Restaurants in Norditalien keine Chance: Mit unglaublicher Wucht drückten die Wassermassen gegen die Glasfront des Lokals und brachten die Scheiben zum Bersten. Seit nunmehr einer Woche haben Starkregen, Sturm und Gewitter Italien im Griff. Bis Sonntag wurden 27 Menschen getötet. In Sizilien starben allein am Wochenende zwölf Menschen.

Nach dem Ende ihrer Schicht wollten die Angestellten in einem Restaurant in Arenzano nördlich von Genua eigentlich das Lokal sauber machen, als eine Monsterwelle auf das Lokal zuraste. Alle Versuche, die Glasfront gegen die Wassermassen zu schützen, gingen schief.

Unter der Wucht der Welle barsten die Glasscheiben und das Wasser schwappte unaufhaltsam in das Lokal. Mehrere Menschen, darunter auch die Restaurantbesitzerin, mussten wegen Schnittwunden im Spital behandelt werden. Meterologen sagten für die Region um Genua bei Windspitzen bis zu 150 km/h Wellen bis zu sechs Meter vorher.

Neun Leichen aus geflutetem Landhaus geborgen
Auch nach einer Woche kommt das Wetter in Italien noch nicht zur Ruhe: Taucher bargen in der Nacht auf Sonntag bei einem „dramatischen Einsatz“ neun Leichen aus einem gefluteten Landhaus auf Sizilien. Das Unglück geschah unweit von Palermo in Casteldaccia. Dort war der Wasserpegel eines Flusses wegen der heftigen Regenfälle in der Region rapide angestiegen, wie italienische Medien berichteten. Bei den Toten handle es sich um Angehörige zweier Familien, unter den Opfern seien auch kleine Kinder.

In der sizilianischen Provinz Agrigent starben zwei Menschen, deren Auto von einem Hochwasser führenden Bach mitgerissen worden war. Außerdem wird ein Arzt in der Kleinstadt Corleone vermisst. Der italienische Premier Giuseppe Conte besuchte am Sonntag die von den Unwettern betroffene Region auf Sizilien. Er berief für die kommende Woche eine Ministerratsitzung ein, um finanzielle Mittel für die Behebung der Unwetterschäden bereitzustellen.

Auch im Norden noch „apokalyptische“ Situation
Die Situation im Norden des Landes hatte der Chef des Zivilschutzes am Samstag als „apokalyptisch“ bezeichnet. Im Großraum Belluno in den Dolomiten sind Tausende Haushalte weiterhin ohne Strom und Wasser. Leitungsmasten stürzten bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Kilometern pro Stunde um. 100 Kilometer Straßen sowie Häuser und Autos wurden durch Wasser und Schlammmassen zerstört. Der Sturm riss Schneisen in die Wälder - 100.000 Hektar Wald von Udine bis zum Trentiner Fleimstal wurden vernichtet.

„Es ist schlimmer als nach einem Bombenangriff. Wir werden bis zu fünf Jahre benötigen, um die Schäden in den Wäldern zu beheben. Vier Millionen Bäume müssen ersetzt werden. Wegen der zerstörten Wälder wächst die Gefahr weiterer Erdrutsche und Lawinen“, erklärte Paola Favero, Försterin in Cansiglio nahe Belluno.

Bereits 27 Unwetter-Tote in Italien
In ganz Italien sind seit Montag 27 Menschen durch Unwetter ums Leben gekommen. In Sizilien starben allein am Wochenende zwölf Menschen. Am Sonntag wollte Innenminister Matteo Salvini die betroffene Region Venetien besuchen. Die Schlechtwetterfront dürfte auch in den kommenden Tagen anhalten. Mit einer Entschärfung der Lage wird erst Mitte nächster Woche gerechnet.

 krone.at
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