"Hohes Risiko"

Radler leben derzeit gefährlich – viele Unfälle in Innsbruck

Tirol
13.01.2010 08:44
Wie die Polizei feststellt, benützen immer mehr Menschen auch im Winter speziell in Ballungszentren ihr Fahrrad. Von 695 im Jahr 2009 in Tirol bei Unfällen verletzten Radfahrern (plus zwei Toten) verunglückten nicht weniger als 234 in der Landeshauptstadt. Sehr oft ist zu hohe Risikobereitschaft der Radler daran schuld.

Radfahren ist zunehmend "in". Aber nicht nur im Sommer, auch im Winter bei eiskalten Temperaturen und sogar bei Schneefahrbahn gibt es immer mehr Unentwegte, die sich mehr oder weniger vor Kälte bibbernd auf ihren Rädern durch die – teils auch schneebedeckten und dadurch doppelt gefährlichen – Straßen kämpfen. 

"Dabei gehen sie durch die derzeit schon früh hereinbrechende Dämmerung ein weit höheres Risiko als im Sommer ein", warnt Markus Widmann, oberster Verkehrspolizist in Tirol. "Es ist nicht nur die eigene Sicht beeinträchtigt, sondern vielfach leidet auch die Erkennbarkeit der Radfahrer durch andere Verkehrsteilnehmer darunter." Daher wird reflektierende Kleidung mehr als dringend angeraten.

Ein Drittel aller Verletzten in Innsbruck
Ziemlich genau ein Drittel aller Fahrrad-Unfälle mit Verletzten passieren in Innsbruck. "Im abgelaufenen Jahr waren das 234 Personen", kennt Reinhard Moser, der Chef der städtischen Verkehrspolizei, die neuesten Zahlen.

Beklagt wird von der Exekutive die große Risikobereitschaft vieler Zweiradler, die rote Ampeln und Einbahnen missachten oder rücksichtslos Gehsteige als Fahrbahnen benutzen.

Berechtigte Klagen gibt es aber auch von den Radfahrern, die sich in der Stadt vergessen fühlen. "Innsbruck brüstet sich mit dem tollen Radwegenetz. Aber Schneeräumung gibt es nur auf den Straßen", klagt der Student Lukas Schett (Bild). 

von Werner Kriess, Tiroler Krone

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