Im Allgemeinen gehen Experten davon aus, dass die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik langsam wieder normalisiert und die Notmaßnahmen seit Herbst 2008 langsam wieder zurückfahren wird. Eine Steigerung der Leitzinssätze wird jedoch nicht vor dem zweiten Halbjahr 2010 erwartet. Auch unklar ist, in welcher Höhe diese stattfinden wird. Während die einen von einer langsamen, aber konstanten Anhebung ausgehen, sind die anderen der Meinung, dass es zu einem Zinssprung kommen wird und danach längere Zeit keine weitere Anpassung erfolgen wird, um die Auswirkungen dieses Zinsentscheides abzuwarten.
Welches Szenario auch immer eintreten mag, Sparer, die derzeit Geld zu veranlagen haben, sind in einer Zwickmühle: Kurze Laufzeiten bieten absolut mickrige Zinsen, aber auch längere Laufzeiten sind nicht unbedingt gut verzinst. Was also tun?
Die Hoffnung auf bessere Zinsen in nicht allzu langer Zeit lebt. Dennoch musst du dir Folgendes vor Augen halten: Bindest du dein Geld auf drei Jahre und erhältst 2,5% dafür, dann bedeutet das gegenüber eine einjährigen Bindung mit 1,5% genau ein Prozent Vorsprung, somit drei Prozent innerhalb von drei Jahren. Bindest du dein Geld nur auf ein Jahr, dann musst du jene drei Prozent Vorsprung in den kommenden zwei Jahren einholen können. Denkst du, dass das realistisch ist, dann kannst du ruhigen Gewissens zu einem Sparbuch mit einjähriger Bindung greifen.
Vergleichen und staffeln
Für welchen Weg auch immer du dich entscheidest: Vergleiche sind sehr wichtig, da du nur so das beste Angebot finden kannst. Sei nur vorsichtig, wenn eine Bank mit ihrem Angebot deutlich über dem Marktschnitt liegt. Meist hat dies jenen Grund, dass dieses Institut einen Liquiditätsengpass hat. Achte bei diesen Angeboten speziell darauf, innerhalb der staatlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Person pro Institut zu bleiben und wähle eher kürzerfristige Laufzeiten.
Wenn du die Möglichkeit dazu hast, solltest du den zu veranlagenden Betrag auf verschiedene Laufzeiten, maximal jedoch drei Jahre aufteilen. So bleibst du flexibel und kannst bei einem Ansteigen der Zinsen die stufenweise freiwerdenden Beträge zu voraussichtlich besseren Konditionen wieder veranlagen – und hast dennoch das Beste aus der aktuellen Situation herausgeholt.
Sparen in Fixzinsobligationen
Besser verzinste Veranlagungsmöglichkeiten hast du in Fixzinsobligationen von Unternehmen mit namhafter Bonität, wie beispielsweise Großbanken oder auch dem Staat Österreich. Fixzinsobligationen sind Anleihen: Hierbei hat der Anleger 100 Prozent Kapitalgarantie zum Laufzeitende und eine fixe Verzinsung während der Laufzeit. Die erzielbaren Verzinsungen liegen im Durchschnitt 1 bis 1,5 Prozent über den Sparbuchverzinsungen. Somit zahlt sich ein Investment meist trotz Depotgebühren aus. Manche Institute bieten auch depotgebührenbefreite Anleihen an. Allerdings musst du dir darüber im Klaren sein, dass der Ausstieg während der Laufzeit eventuell mit Kursverlusten verbunden sein kann. Hältst du die Laufzeit durch, dann bekommst du dein Geld vollständig wieder retour. Mehr zum Thema Anleihen findest du in der Infobox.
Weitere Investments
Investitionen in Aktien oder Fonds solltest du nur dann in Erwägung ziehen, wenn du bereits wieder Vertrauen in den Markt hast und dir klar ist, dass auch weitere Abwärtsbewegungen nach der Rallye 2009 wahrscheinlich sind. Werden Einmalerläge auf einen längeren Zeithorizont verteilt, also die Kursschwankungen für billige Käufe ausgenützt, dann ist es wahrscheinlich, dass du längerfristig gute Erträge damit machen wirst – jedoch musst du nach wie vor gute Nerven mitbringen.
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