Sa, 15. Dezember 2018

Embolie nach Thrombose

10.10.2018 06:00

Tödliches Gerinnsel in der Lunge

Jedes Jahr sterben 4000 Österreicher an Lungenembolie, typische Komplikation einer Thrombose. Nicht selten stellen die Opfer junge und zuvor gesunde Menschen dar, darunter immer mehr Frauen. Hier wurde in Deutschland gar ein Anstieg von 45 Prozent festgestellt.

Die Lungenembolie nimmt nach Herzinfarkt und Schlaganfall den dritten Platz in der Liste der kardiovaskulären Todesursachen ein. Wichtige Risikofaktoren für das Blutgerinnsel im Atmungsorgan stellen Verletzungen, Krebs, weibliche Hormone (Östrogene) sowie lange Ruhelage und Operationen dar. Als entscheidend zeigt sich deshalb frühe Patientenmobilisation nach einem Eingriff. Je nach Blutungs- und Thromboserisiko stehen zudem mechanische Maßnahmen (Kompressionsstrümpfe oder intermittierende pneumatische Kompression) sowie pharmakologische Maßnahmen zur Verfügung.

„Die Symptome sind nicht leicht zu erkennen und reichen von Schmerzen im Brustkorb über Atemnot bis zur Bewusstlosigkeit“, so Angiologin Prof. Dr. Marianne Brodmann, Uni Graz, auf einer Pressekonferenz in Wien anlässlich des Weltthrombosetages am 13. Oktober. Die Diagnostik stellt eine Herausforderung dar. Aus diesem Grund wurden Scoring Systeme entwickelt, in die unterschiedliche patientenspezifische Fakten einfließen, welche dann in eine Richtung verweisen: auf eine hohe oder niedrige Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie. „Diese Tests sind sehr verlässlich“, betont Prof. Brodmann. Eine bedeutende Rolle in der Abklärung stellt der sogenannte D-Dimer-Wert dar. „Ist dieser negativ, kann mit nahezu 100-prozentiger Sicherheit ohne weitere Abklärung eine Lungenembolie ausgeschlossen werden“, erklärt Prof. Brodmann. Zur Abklärung dient auch das sogenannte PAE-CT, eine spezielle Angiographie der Lungenarterien mittels Computertomogramm.

„Die Akutbehandlung hängt von der Rechtsherzbelastung und der Kreislaufsituation ab“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Rudolf Kirchmair von der MedUni Innsbruck und Vorstandsmitglied der ÖGIA (Österreichische Gesellschaft für Internistische Angiologie). Oft ist eine Lyse - die medikamentöse Auflösung des Blutgerinnsels - angebracht, bei Rechtsherzbelastung ohne Schocksymptomatik reichen gerinnungshemmende medikamentöse Therapie mit Heparin und Kontrollen aus. Bei fehlender Besserung oder Verschlechterung muss auch eine Lysetherapie in Betracht gezogen werden.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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