So, 16. Dezember 2018

Vorwurf der Geldwäsche

02.10.2018 13:41

Türkei: Großrazzia gegen Geldtransfers ins Ausland

In der Türkei sind die Behörden am Dienstag in einer landesweiten Großrazzia gegen Geldtransfers ins Ausland vorgegangen. Ermittler erließen Haftbefehle gegen 417 Verdächtige wegen des Vorwurfs der Geldwäsche, wie der Sender CNN Turk berichtete. Demnach dreht sich die Untersuchung um Überweisungen über insgesamt rund 2,5 Milliarden Lira (rund 364 Millionen Euro) auf Auslandskonten.

Es gab zunächst keine Hinweise darauf, dass die Aktion im Zusammenhang mit Bemühungen von Präsident Recep Tayyip Erdogan steht, die Kapitalflucht im Zuge der aktuellen Währungskrise einzudämmen. Türkischen Medienberichten zufolge haben Ermittler 417 Haftbefehle wegen des Verdachts auf Geldwäsche ausgestellt. Die Verdächtigen sollen gegen Kommission insgesamt ungefähr 2,5 Milliarden Lira ins Ausland transferiert haben.

Erdogan wegen Währungskrise unter Druck
Das Land leidet unter der drastischen Abwertung der Lira, die in diesem Jahr zum Dollar etwa 40 Prozent eingebüßt hat. Erdogans Darstellung zufolge steht dahinter ein gezielter Angriff auf die heimische Wirtschaft durch die USA. Er sprach in mehreren Reden von einer „Verschwörung des Westens“ gegen das NATO-Mitglied Türkei und einem „Wirtschaftskrieg“. Im April warnte er seine Landsleute davor, ihr Vermögen in anderen Ländern in Sicherheit bringen zu wollen. „Wir werden denen nicht verzeihen, die Geld ins Ausland schmuggeln, wenn dies nicht dazu dient, ihre Firmen, Handelsgeschäfte und Investitionen auszuweiten, zu entwickeln und zu verbreitern“, sagte er damals vor Wirtschaftsbossen.

Von Polizei, Staatsanwaltschaft und anderen Justizbehörden waren am Dienstag zunächst keine Stellungnahmen zu bekommen. CNN Turk berief sich auf eine Mitteilung des Chefanklägers von Istanbul. Demnach durchsuchten Teams der Finanzpolizei in zahlreichen Provinzen Gebäude und nahmen Beschuldigte fest. Ihnen werde vorgeworfen, „die wirtschaftliche und finanzielle Sicherheit der Türkischen Republik ins Visier genommen“ zu haben.

Mehr als 200 Verdächtige festgenommen
Es gehe um verbrecherische Bandenbildung und Verstöße gegen Gesetze zum Verbot der Terrorfinanzierung, hieß es. Bei den Empfängern der Überweisungen handle es sich größtenteils um iranische Staatsbürger mit Wohnsitz in den USA. Der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge wurden bisher 216 Verdächtige festgenommen.

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