Neuwahlen gefordert

Demo gegen Landesregierung – “Dörfler raus”-Rufe

Kärnten
23.12.2009 16:21
Rund 1.000 Menschen haben am Dienstagabend in Klagenfurt gegen gegen die Koalition von BZÖ/FPK und ÖVP - sowie für Neuwahlen demonstriert. Die Kärntner SPÖ, die Grünen, KPÖ, Gewerkschafter und Autonome riefen zu den Protesten auf und machten mit einem Protestmarsch vom Hauptbahnhof zum Sitz der Landesregierung ihrem Unmut Luft.

Am Ziel angekommen forderte die Menge Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) sowie blaue und schwarze Regierungsmitglieder auf, herauszukommen, um sich die Forderungen persönlich anzuhören - allerdings vergeblich.

Marsch endet mit Pfeifkonzert
Der Protest richtete sich gegen "BZÖ/FPK, die das Land in den wirtschaftlichen Ruin treiben", gegen das "Scheuchtum Kärnten" oder den "Schuldenkurs", wie auf zahlreichen Transparenten zu lesen war. Rücktrittsforderungen waren ebenso lautstark zu hören, wie der Wunsch nach Neuwahlen und die Verfrachtung der blau/schwarzen Regierungsmitglieder "auf die Saualm". Die Demonstration gipfelte in einer Versammlung vor dem Regierungsgebäude, wo ein minutenlanges Pfeifkonzert, "Dörfler raus"- und Buhrufe einige Mitarbeiter wohl dazu veranlassten, Jalousien und Fenster zu schließen.

"Diese Regierung ist ein Skandal"
"Das war ganz dringend notwendig! Diese Regierung ist ein Skandal", echauffierte sich eine alte Dame. "Man muss aufzeigen, dass in Kärnten nicht alle rechts sind", erklärte ein junger Mann seine Beweggründe. "Es ist eine Frechheit, was hier abläuft. Ich bin hier, weil mich die Kärntner Politik anzipft", sagte eine Demonstrantin. 

Manch einer versuchte es auch mit Humor: Transparente wie "Gott schütze unser Kärntnerland vor Dummheit, Gier und Unverstand" oder "Uwe tut weh", sorgten sogar bei einigen Polizeibeamten für ein Grinsen. Erfreute Gesichter waren auch abseits des Protestzuges zu sehen. "So viele Leute - da wird ja noch was aus Kärnten", feixte eine Passantin.

Kritik an der Demonstration kam hingegen von FPK-Klubobmann Kurt Scheuch. "Armselig" nannte er die Proteste, die SPÖ bezeichnete er in einer Aussendung als "linken Chaotenhaufen, der mit einem kleinen Häufchen Berufsdemonstranten den Weg der Demokratie verlässt". Auch der Klubobmann der Kärntner ÖVP, Stephan Tauschitz, zeigte sich wenig begeistert: "Der Protestmarsch der SPÖ für eine neue Politik war ein totaler Flop", so Tauschitz. Es sei eine "Demonstration der Schuldenkaiser gegen sich selbst".

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