Do, 20. September 2018

Drei Wochen nach Start

16.09.2018 12:38

ESA-Satellit „Aeolus“ liefert erste Winddaten

Gut drei Wochen nach seinem Start ins All hat der Erdbeobachtungssatellit „Aeolus“ erste Daten über die Winde auf der Erde geleifert. Obwohl seine Kalibrierung erst in der kommenden Woche beginnen solle, habe „Aeolus“ bereits „sehr vernünftige Daten“ geliefert und die Erwartungen übertroffen, sagte der Direktor für Erdbeobachtung der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, Josef Aschbacher.

Die Mission wird vom ESA-Raumflugkontrollzentraum ESOC in Darmstadt gesteuert und überwacht. Zum Auftakt übermittelte „Aeolus“, der nach dem Gott der Winde benannt ist, ein Profil, das großflächige Ost- und Westwindströme einschließlich des sogenannten Jetstreams zeigt. Letzterer ist eine starke Strömung in etwa acht bis zwölf Kilometern Höhe über der Erde, die das Klima maßgeblich beeinflusst.

Satellit umkreist die Erde von Pol zu Pol
Um die Daten zu sammeln, umrundet der mehr als 300 Millionen Euro teure Satellit in einer Höhe von 320 Kilometern innerhalb von jeweils 90 Minuten die Erde von Pol zu Pol und nimmt dabei Windprofile auf, wie Aschbacher erläuterte. Auf diese Weise benötige er jeweils sieben Tage, bis alle Gebiete der Erde durch die Messungen abgedeckt seien. Nach der voraussichtlich mehrmonatigen Kalibrierungs- und Validierungsphase würden die Daten für Wettervorhersage-Modelle verwendet. Bei der Kalibrierung wird etwa die komplexe Lasertechnik des Satelliten geeicht.

Daten sollen Wettervorhersage verbessern
Eine „Vega“-Rakete hatte den rund 1,4 Tonnen schweren ESA-Satelliten am 23. August ins All gebracht (Video unten). Mit Hilfe des Messgeräts „Aladin“ soll er erstmals die Windgeschwindigkeit rund um den Globus von 30 Kilometern Höhe bis zum Boden und über dicken Wolken messen. Die von ihm übermittelten Windprofile sollen die Wettervorhersage verbessern. Vor allem das Netz von Messstellen auf der Südhalbkugel, über den Ozeanen, den Tropen und oberhalb von zehn Kilometern Höhe gilt bisher nach ESA-Angaben als sehr dünn. Es könne daher passieren, dass ein Sturm in Europa unterschätzt wird, weil Daten zur Vorhersage fehlen.

 krone.at
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