Der frühpensionierte Ingenieur ist Besitzer einer Wehranlage. Diese wartete er allerdings in den Augen seines späteren Opfers, eines Andorfer Altbauern (67), mehr schlecht als recht. Weshalb es offenbar immer wieder zu weiträumigen Überschwemmungen kam.
Auch am 23. Juni – der Raabbach führte Hochwasser – stapfte der Altbauer in Gummistiefeln und Parka wieder zum Wehrbesitzer, um ihn dazu zu bringen, endlich die defekte Schleuse zu öffnen. Da standen die Felder bereits unter Wasser.
„Er war einfach nicht anzubringen“, erinnerte sich der Angeklagte vor Gericht an sein „lästiges“ Opfer. „Ich hab ihn nur am Parka gepackt und gesagt, er soll heimgehen.“ Dass sein Opfer durch den Stoß über die vier Meter hohe Wehr gespült wurde und in den Strudeln versank, berührte ihn nicht weiter.
Auch eine Zeugin, die den Vorfall beobachtet hatte, kam dem Altbauern nicht zu Hilfe: Auf sie wartet demnächst ebenfalls ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung.
Dass sich der drahtige Altbauer selbst retten konnte, verdankt er seiner langjährigen Erfahrung als Rettungsschwimmer. Der Prozess musste vertagt werden.
Kronen Zeitung
Symbolbild
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