5 Männer verhaftet
Geklauter “Arbeit macht frei”-Schriftzug entdeckt
"Der Hauptauftraggeber ist eine Person, die nicht in Polen lebt und nicht die polnische Staatsangehörigkeit hat", sagte der Krakauer Staatsanwalt Artur Wrona am Dienstag. Er wollte sich nicht zur Nationalität des Auftraggebers äußern und nicht den Bericht des polnischen TV-Senders TVN 24 kommentieren, nach dem "die Spur nach Schweden führt". Es handle sich dabei aber nicht um schwedische Bürger, hieß es in dem Bericht.
Täter erhielten knapp 5.000 Euro
Nach dem Diebstahl wurden fünf mutmaßliche Täter festgenommen, von denen einer die Aussage verweigert, während die vier anderen Geständnisse ablegten. Der Diebesbande wurde den Ermittlungen zufolge eine Prämie von 20.000 Zloty (umgerechnet rund 4.800 Euro) versprochen. Nach ersten Erkenntnissen haben die mutmaßlichen Diebe im Alter zwischen 25 und 39 Jahren keinen rechtsextremistischen Hintergrund.
Am Freitagmorgen gestohlen
Der aus Eisen geformte Schriftzug war am frühen Freitagmorgen von der Gedenkstätte entwendet worden. Die Polizei leitete eine Großfahndung ein. Das Auschwitz-Museum, die Polizei und anonyme Spender setzten eine Belohnung von rund 27.500 Euro für Hinweise zur Wiederbeschaffung des Schriftzuges aus. Der gestohlene Schriftzug wurde durch eine Kopie ersetzt.
Der Diebstahl hatte vor allem in Polen, Israel und Deutschland Empörung ausgelöst. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu forderte Polen am Sonntag auf, alles zur Ergreifung der Diebe zu tun. Die "Kriminellen" müssten gefasst werden, erklärte er in Jerusalem.
Von Gefangenen des Lagers gefertigt
Den Schriftzug aus Eisen fertigten Gefangene des Lagers auf Befehl der Nazis an. Er hing am Eingang des sogenannten Stammlagers in Auschwitz. Die Nationalsozialisten erbauten das Lager neun Monate nach dem Einmarsch in Polen 1939, um polnische Widerstandskämpfer zu inhaftieren. Später wurde das Lager um das drei Kilometer entfernte Vernichtungslager Birkenau erweitert.
Im NS-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau wurden zwischen 1940 und 1945 etwa 1,1 Millionen Menschen, davon eine Million Juden aus Osteuropa, systematisch umgebracht. Die zynische Inschrift "Arbeit macht frei" versinnbildlicht die menschenverachtende Ideologie der Nazis. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum bezeichnete den Schriftzug als "das prägende Symbol des Holocausts". Auschwitz wurde im Jänner 1945 von der sowjetischen Armee befreit.
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