Freund oder Feind?

Blau-oranges Chaos in Gemeinden nach der Fusion

Kärnten
18.12.2009 10:25
„Ich habe völlig überraschend eine SMS erhalten, wo die Partei mich informiert hat, dass es jetzt einen orange-blauen Zusammenschluss gibt“, erzählt Ebenthals Vizebürgermeister Christian Kau. Wie diesem neuen FPK-Mandatar ging es vielen: Kaum einer war über die Fusion informiert. Und so richtig kennt sich nun keiner aus, was dieser Parteizusammenschluss im politischen Alltag in den Gemeindestuben genau bedeutet.

Auch Villachs Vizebürgermeisterin Wally Rettl glaubt nicht, dass die Fusion große Auswirkungen auf die Draustadt hat: „Es ändert sich nur der Name. Wir machen weiter Sachpolitik.“ Allerdings könnte ihr da FP-Kollege Hartwig Warmuth noch lästig werden. „Mit dieser BZÖ-Chaostruppe kann ich nicht arbeiten!“

Spittaler Freiheitliche: "Keiner wurde informiert"
Auch Harald Pirtscher, oranger Vizebürgermeister von Ferlach, schwant Übles: „Schon im letzten Gemeinderat sind die Wogen zwischen BZÖ und FPÖ hochgegangen. Wie soll mit den gleichen Personen nun an einem Strang gezogen werden?“ Wenig Freude mit der neuen Situation hat auch Daniel Ramsbacher von den Spittaler Freiheitlichen. „Keiner wurde informiert. Das ist wohl eine Entscheidung, die über die Köpfe der Kärntner Landespartei getroffen wurde.“

Er kündigt daher Konsequenzen an – wie auch immer diese aussehen. Das weiß man auch in Finkenstein noch nicht, wo es zwischen Orange und Blau immer Spannungen gab. „Wir müssen schauen, wie wir weiter vorgehen“, sagt FPK-Vize Johanna Trodt-Limpl.

Klagenfurts Stadtchef: "Gemeinsam sind wir stärker"
Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider (Bild oben) ist einer der wenigen, die über die „Hochzeit“ Bescheid wussten. „Ich habe schon oft daran gedacht, dass es einfach gescheiter ist, wenn die zwei Gruppen sich wieder treffen. Gemeinsam sind wir stärker.“ Den einzigen FP-Gemeinderat in Klagenfurt, Stefan Petschnig, will Scheider deshalb in seinen Club einladen. „Wir sind ja immer gut miteinander ausgekommen.“ Kritik an mangelnder Aufklärung durch die Parteileitung sei berechtigt. „Aber sobald wir mehr wissen, gibt es eine Infoveranstaltung mit Details.“

von Katrin Fister und Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"

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