Seit Sommer berichtet die "Tiroler Krone" über den Skandal an der Hals-Nasen-Ohren-Klinik (HNO). Patienten und Angehörige erhoben Vorwürfe, ein Strafverfahren gegen den HNO-Chef wurde eingeleitet. Jetzt bestätigte die Staatsanwaltschaft: 28 Verdachtsfälle, 26 Mal Körperverletzung, zwei Mal wegen fahrlässiger Tötung. Für HNO-Chefarzt Riechelmann gilt die Unschuldsvermutung.
"Gleichbehandlung für alle"
Nicht nur Grünen-Chef Georg Willi transportiert diese schweren Vorwürfe gegen Riechelmann weiter an Tilak, Uni und Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg. In 14 Fragen an den Tiroler Landtag will er zusammengefasst geklärt haben: "Schadensausmaß und Sachverhaltsdarstellungen der Ärzte, die Riechelmann schwer belasten, liegen längst vor. Warum wurden nur die Aufdecker entbunden bzw. entlassen und – Gleichbehandlung für alle bis zur Klärung! – nicht auch der HNO-Chef?"
Landesrat Bernhard Tilg sagt dazu: "Als Gesundheitslandesrat ist es mir wichtig, dass in der Causa HNO sämtliche Vorwürfe restlos aufgeklärt werden!" Tilg betont weiters: "Ich hatte seinerzeit zu einem klärenden Gespräch der Streitparteien eingeladen. Doch die zwei Ärzte und ihr Anwalt kamen einfach nicht."
Gutachten belastet HNO-Chef
Im Anlassfall, Riechelmanns "Zweitoperation" eines Tumorpatienten vom 26. März, hatte die Tilak damals eine "gutachterliche Stellungnahme" präsentiert. In welcher der HNO-Chef "freigesprochen" wurde. Das Fachgutachten des Kölner HNO-Experten Tilman Brusis, das nun vorliegt, sieht dagegen auszugsweise so aus: "Wenn Riechlmann (R.) unnötig lange Narkose verursachte, ist das allein schon Körperverletzung..."
"Was R. hier durchführte, ist das Gegenteil eines zeitgemäßen, operativen Vorgehens. Dass Professor Scholtz schonend operierte, spricht für ihn und seine Courage. Das Weisungsrecht auch eines Klinikvorstandes endet da, wo es zum Nachteil des Patienten eingesetzt wird."
von Hans Licha, Tiroler Krone
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