Mehr Bewegung

Sportwochen wieder Pflicht: Ringen um Offerte

Kärnten
12.12.2009 16:02
Unterschiedliche Reaktionen gibt's auf den Vorstoß der Nationalräte Seppi Bucher und Gabriel Obernosterer, in Schulen wieder die verpflichtenden Wintersportwochen einzuführen. Elternvereine sind skeptisch und fürchten untragbare Kosten; die Wirtschaft bemüht sich um erschwingliche Preise; beim Landesschulrat begrüßt man diese Initiative.

Die Zahl der Teilnehmer an Schul-Skikursen ist seit 1995 dramatisch gesunken. Sommersport hat den Spaß auf den Pisten abgelöst. Pro Jahr sind dort in Kärnten nur 11.000 Schüler zu finden. Gabriel Obernosterer: "Wintersportwochen sollen wieder Pflicht werden. Ob Skikurse, Langlaufwochen oder Schneeschuhwanderungen – ist jedoch egal. Man kann ja niemand zu teuren Skikursen zwingen."
 
Landesschulrat-Vizepräsident Rudi Altersberger: "Außerdem steigt die Anzahl der Schüler mit Migrationshintergrund, die Wintersport nicht kennen. Wir können diese nicht auf die Pisten jagen." 
Elternvereine, Hoteliers, Liftbetreiber, Schulen bemühen sich bereits um günstigen Pakete für Skikurse.
 
Im Landesschulrat ist man sehr an den Winterwochen interessiert.  "Die Jugend ist körperlich immer weniger belastbar", so Präsident Walter Ebner: "Zusätzlich zum Bewegungsdefizit hat die Jugend heute auch ein soziales Defizit. Schneeschuhwanderungen oder Hüttenabende könnten die Gemeinschaft fördern."

Für die Lehrer bedeuten Wintersportwochen allerdings Stress pur: "An Schlaf ist kaum zu denken, weil man pausenlos kontrollieren muss. Und die meisten Kinder sind so verwöhnt, dass sie sich ständig über irgendwas beschweren. . .!"

"Kärntner Krone"

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